Aktualisiert 27.01.2020 21:29

Nach nur einem SpielIn 90 Minuten in die Herzen der Fans gespielt

St. Gallens neuer Goalie Lawrence Ati Zigi hat das Zeug, um das Publikum zu verzaubern. Trainer und Sportchef sind von ihm begeistert.

von
ete
1 / 10
Lawrence Ati Zigi kommt aus Ghana. Der junge Mann, der seit Beginn dieses Jahres in der Ostschweiz kickt, hat bereits zwei Länderspiele bestritten. Zigi ist aber nicht der erste Goalie in der Schweiz, der afrikanische Wurzeln hat ...

Lawrence Ati Zigi kommt aus Ghana. Der junge Mann, der seit Beginn dieses Jahres in der Ostschweiz kickt, hat bereits zwei Länderspiele bestritten. Zigi ist aber nicht der erste Goalie in der Schweiz, der afrikanische Wurzeln hat ...

FreshFocus/Claudio Thoma
... so spielte von 1997 -1998 der Nigerianer Abiodun Baruwa in Sion ...

... so spielte von 1997 -1998 der Nigerianer Abiodun Baruwa in Sion ...

John Jones - pa Images
... Louis Crayton, der aus Liberia stammt, stand von 1997 - 2008 für die Clubs FC Luzern, GC, Schaffhausen, Wangen b. Olten, YF Juventus, Zug 94, Concordia Basel sowie FC Basel zwischen den Pfosten.

... Louis Crayton, der aus Liberia stammt, stand von 1997 - 2008 für die Clubs FC Luzern, GC, Schaffhausen, Wangen b. Olten, YF Juventus, Zug 94, Concordia Basel sowie FC Basel zwischen den Pfosten.

Keystone/Eddy Risch

Glückstrunken feierten die Fans nach dem Sieg gegen Lugano (3:1) in St. Gallen ihre Helden. Ein Sprechchor ertönte fast in Dauerschleife: «Zigiiiii! Zigiii!» Er galt Goalie Lawrence Ati Zigi. 90 Minuten brauchte der Goalie, um in St. Gallen zum Publikumsliebling zu werden – wie es einst Ike Shorunmu beim FCZ war (1996 bis 1999). Der Nigerianer sorgte damals für Spektakel, weil er immer auch für die Fans spielte.

Auch das ist eine Parallele zu Zigi, über den Sportchef Alain Sutter sagt: «Er ist ein junger Goalie, der spektakulär spielt und reflexstark ist.» Peter Zeidler sagt: «Der gefällt jedem.» Ein Vorteil für Zigis rasche Integration ist, dass er weiss, wie der Trainer tickt. Der Deutsche war in Liefering, Salzburg und bei Sochaux sein Förderer – und früh vom 23-Jährigen beeindruckt.

Wenig Begeisterung bei Zigis Mutter

Lawrence Ati Zigi kam 2015 von der Red-Bull-Akademie in Ghana nach Salzburg. Über das Angebot, den grossen Schritt nach Europa zu machen, musste er nicht zweimal nachdenken. Bei seiner Mutter hielt sich die Begeisterung jedoch in Grenzen. «Sie hatte ehrlich Angst», schilderte Zigi auf der Website des FC Liefering einst. «Sie meinte, sie würde mich nie wieder sehen.» Die Bedenken haben sich inzwischen in Luft aufgelöst, auch, weil der Sohnemann seither diverse Male in der Heimat war. «Sie wissen mittlerweile, dass man in Ghana ein Star ist, wenn man erst einmal für einen grossen europäischen Club spielt.»

Als Vorbild nennt er Manuel Neuer. «Manuel ist die Ruhe in Person, er stresst sich nie und macht keine unnötigen Sachen. Auch ich kann gut im Team arbeiten, habe eine gute Fussarbeit und bin beidfüssig. Ich coache die Leute vor mir gerne.»

Ruhe bewahren

Gegen Lugano blieb Zigi fehlerfrei. Beim Gegentreffer war der Ghanaer machtlos. Was, wenn ihm einmal ein Fauxpas unterlaufen sollte? «Fehler bringen mich nicht aus der Fassung», gibt er an, «Es ist das Wichtigste, Ruhe zu bewahren. Und da passt mein Hobby ganz gut dazu. In meiner Freizeit zeichne ich extrem gerne – alles was mir unterkommt, auch viele lustige Sachen.»

Zigi steht erst am Anfang seiner Karriere. Shorunmu hat in Zürich einst das Publikum verzaubert. Zigi kann das in St. Gallen auch schaffen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.