«Unfallstelle ist gefährlich» – Bub stirbt nach Unfall – Anwohner fordern mehr Sicherheit bei Zebrastreifen

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«Unfallstelle ist gefährlich»Bub stirbt nach Unfall – Anwohner fordern mehr Sicherheit bei Zebrastreifen

Die Trauer um den in Aarau bei der Haltestelle Binzenhof tödlich verunglückten Zwölfjährigen ist gross. Laut Anwohnenden war es nur eine Frage der Zeit, bis dort etwas passiert. 

von
Michelle Ineichen
Shila Ochsner
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Ein Zwölfjähriger war am Dienstag von einem Auto beim Überqueren eines Zebrastreifens erfasst worden.

Ein Zwölfjähriger war am Dienstag von einem Auto beim Überqueren eines Zebrastreifens erfasst worden.

20min/mie
Am Tag darauf starb er an seinen schweren Verletzungen, wie die Kantonspolizei mitteilte. 

Am Tag darauf starb er an seinen schweren Verletzungen, wie die Kantonspolizei mitteilte. 

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Laut Anwohnenden gilt die Unfallstelle als gefährlich. Es sei eine Frage der Zeit gewesen, bis dort etwas passiert, heisst es im Quartier.

Laut Anwohnenden gilt die Unfallstelle als gefährlich. Es sei eine Frage der Zeit gewesen, bis dort etwas passiert, heisst es im Quartier.

Kantonspolizei Aargau

Darum gehts

  • Nach dem tödlichen Unfall bei der Haltestelle Binzenhof in Aarau fordern Anwohnende mehr Sicherheit beim Fussgängerübergang. 

  • Laut Aargau Verkehr gibt es aktuell ein Projekt zur Sanierung der Haltestelle Binzenhof. Dabei sind unter anderem Fussgängerschutzinseln geplant. 

Der am Dienstag in Aarau verunfallte Bub ist im Spital verstorben. Er war bei der Haltestelle Binzenhof von einem Auto erfasst und weggeschleudert worden. Laut Anwohnenden gilt die Unfallstelle als gefährlich. Es sei eine Frage der Zeit gewesen, bis dort etwas passiert, heisst es im Quartier. «Der Zug fährt dort sehr nahe an der Strasse vorbei und hält gleich beim Zebrastreifen an. Dadurch wird die Stelle für Autofahrende komplett unübersichtlich», sagt Anwohnerin Melanie. Sie fordert eine bessere Planung beim Fussgängerübergang. «Ampeln oder eine Barriere würden Sinn machen», so die 35-Jährige. 

Auch ein Nachbar des Buben hat bei dem Fussgängerübergang regelmässig ein ungutes Gefühl, wie er sagt. Er findet: «Es muss sicherheitstechnisch etwas passieren.» Den Zwölfjährigen habe er gut gekannt. «Er war so ein herziger und lieber Bub. Er hat immer freundlich gegrüsst. Ich habe einen kleinen Freund verloren. Das ganze Quartier ist sehr traurig.»

Laut der Kantonspolizei Aargau sind die Ermittlungen zur Klärung der Unfallursache nach wie vor im Gange. Wie es bei Aargau Verkehr auf Anfrage heisst, gibt es aktuell ein Projekt zur Sanierung der Haltestelle Binzenhof. Der Baustart ist für dieses Jahr geplant. «Im Rahmen dieses Projekts ist auch eine Sanierung des Fussgängerübergangs nach aktueller Norm geplant», sagt Sprecher Michael Briner. Dazu gehören eine Verlängerung des Bahngleises, damit längere Züge halten können. Auch soll die Haltestelle behindertengerecht ausgestaltet werden. Ebenso ist die Installation einer Bahnschranke und von Fussgängerschutzinseln geplant.

Strafuntersuchung eröffnet

Der Unfall ereignete sich am Dienstag um 7.20 Uhr bei der Haltestelle Binzenhof in Aarau. Laut der Kantonspolizei Aargau stand dort gerade ein Zug, der den Bahnübergang zum Fussgängerstreifen blockierte. Vom Wohnquartier kommend musste der Zwölfjährige daher bei der Haltestelle warten, ehe er seinen Schulweg fortsetzen konnte. Als der Zug in Richtung Aarau anrollte, überquerte der Junge dahinter den Bahnübergang und betrat den Fussgängerstreifen. In diesem Augenblick nahte vom Zentrum kommend ein Auto, das den Buben erfasste und wegschleuderte. 

Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eröffnet. Dem 50-jährigen Autofahrer wurde der Führerausweis vorläufig abgenommen.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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