Aktualisiert 03.12.2008 17:03

Thailand

In Bangkok wird wieder geflogen

Nach dem Ende der Blockade des wichtigsten Flughafens in Thailand ist dort erstmals wieder ein Passagierflugzeug gelandet. Die Swiss nimmt den Flugbetrieb nach Bangkok am Sonntag wieder auf.

Das erste Passagierflugzeug war eine Maschine der heimischen Fluggesellschaft Thai Airways, die 351 Passagiere aus Phuket nach Bangkok brachte. Stunden vorher waren die letzten der zeitweise mehr als 10 000 Demonstranten abgezogen. Sie hatten eine Woche lang den Flugbetrieb am internationalen Airport und einem Ausweichflughafen in Bangkok aus Protest gegen die Regierung lahmgelegt.

Später erreichte auch der erste internationale Flug Bangkok, eine Maschine aus Amman. Am Mittwoch und frühen Donnerstag sollten zudem Flugzeuge in Richtung Frankfurt, Sydney, Neu Delhi, Seoul, Narita und Kopenhagen starten.

Ungewisse Zukunft

Die Demonstranten beendeten ihre Aktion, nachdem ihr Hauptziel, der Sturz der Regierung, am Dienstag erreicht worden war. Das Verfassungsgericht hatte die Regierungspartei PPP wegen Wahlbetrugs aufgelöst und damit die Entlassung des Regierungschefs erzwungen. Die politische Zukunft Thailands blieb aber zunächst ungewiss.

Dutzende der rund 230 Abgeordneten der aufgelösten PPP gründeten bereits eine neue Partei und wollen nächste Woche aus ihren Reihen einen neuen Regierungschef wählen.

Aussichtsreicher Anwärter ist der frühere Gesundheitsminister Chalerm Yoobamrung, ein enger Vertrauter des vor zwei Jahren gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra.

Erneut mit Protesten gedroht

Der Anführer der Demonstranten und Gründer der ausserparlamentarischen Opposition PAD, Sondhi Limthongkul, drohte neue Protestaktionen an, wenn das Parlament einen Thaksin-Vertrauten wähle.

Die Nähe der PPP zu Thaksin war der Hauptgrund für die jüngsten Proteste gewesen. Während hinter Thaksin und der PPP die armen Massen stehen, wird die PAD von den von Thaksin in den Hintergrund gedrängten, einst einflussreichen Familien Bangkoks gestützt.

Appell an Volksvertreter

Der Oppositionsführer im Parlament appellierte an die Volksvertreter, eine vernünftige Lösung aus der Krise zu finden. "Wir hoffen, dass die Mehrheit der Abgeordneten im Parlament nun zu Sinnen und zu dem Schluss kommt, dass wir eine andere Art Regierung brauchen", sagte Abhisit Vejjajiva der BBC.

Abhisits Demokratische Partei gehört nicht der PAD an, doch haben mehrere Mitglieder unverhohlen Sympathien bekundet. Die PAD verlangt ein teilweise ernanntes Parlament.

Wirtschaft leidet

Thai Airways kündigte eine Schadenersatzklage gegen die PAD- Anführer an. Sie macht Verluste von 20 Milliarden Baht (rund 686 Millionen Franken) geltend. Die thailändische Handelskammer schätzt den Schaden durch ausgefallene Exporte auf täglich rund 103 Millionen Franken.

Laut thailändischen Zeitungsberichten fällt der finanzielle Schaden der jüngsten Unruhen so hoch aus, wie durch den Tsunami und die SARS-Epidemie zusammengenommen.

Nach Angaben der Flughafenbetreiber kann es noch zwei Wochen dauern, bis der Betrieb am internationalen Suvarnabhumi-Flughafen wieder voll läuft.

Erster Swiss-Flug aus Bangkok am Sonntag

Swiss teilte mit, sie werde das normale Flugprogramm nach Thailand am 6. Dezember wieder aufnehmen. Die erste Maschine aus Bangkok werde am Sonntag in der Früh in Zürich erwartet, sagte Swiss- Sprecher Jean-Claude Donzel der SDA.

Nach Angaben des Reiseversicherers Elvia befinden sich zur Zeit noch zwischen 50 und 75 Schweizer in Bangkok, die auf ihre Ausreise warten. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.