Aktualisiert 18.12.2008 14:25

NachtaktivIn Basel gehts jetzt auch spätnachts nach Hause

Nachtschwärmer in der Region Basel kommen jetzt auch spätnachts noch mit dem Öffentlichen Verkehrsmittel (ÖV) heim: In der Nacht von Freitag auf Samstag geht erstmals das Nachtnetz des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW) in Betrieb.

Das Nachtnetz sei «ein Netz für Junge und Junggebliebene, denen der letzte normale Kurs um knapp 1 Uhr eine Runde zu früh abfährt», hiess es in einer TNW-Mitteilung vom Donnerstag. Zwar gabs schon bisher verschiedene Nachtlinien der ÖV-Unternehmen. Neu ist das Angebot aber stark ausgebaut worden.

S-Bahn, Tram und Bus

So verkehren jeweils in den Nächten auf Samstag und Sonntag je drei S-Bahn- und Tramlinien sowie 21 Buslinien und Sammeltaxis zwei- bis dreimal pro Nacht. Die S-Bahn fährt vom Bahnhof Basel SBB nach Laufen BL, Gelterkinden BL und Möhlin AG, die letzten Kurse gar bis Delsberg, Olten und Brugg.

Trams fahren von den Haltestellen «Barfüsserplatz» und «Theater» in der Basler Innenstadt ins Leimental und Birseck sowie in Richtung Allschwil BL, Riehen BS und Muttenz BL. An mehreren S-Bahn- Stationen und teils an den Tramlinien gibts Anschlussbusse. In der Stadt werden zudem «Event-Orte» untereinander verbunden.

Genutzt werden können die Verbindungen auch aus der Region in die Stadt oder von einem Ort in der Region zu einem andern. Bedient werden mit dem Nachtnetz die meisten der Baselbieter Gemeinden, die zwei baselstädtischen Landgemeinden sowie etliche Gemeinden im aargauischen Fricktal und im solothurnische Schwarzbubenland.

Sicherheitsleute fahren mit

In Trams und Zügen fährt laut TNW geschultes Sicherheitspersonal mit. In den Bussen sollen Sicherheitsleute nach Bedarf eingesetzt werden. Das Tarifsystem ist einheitlich: Zum üblichen Billett oder Abo gilt ein Zuschlag, der aber pro Nacht nur einmal gezahlt werden muss: 3 Fr. für Fahrten innerhalb einer Tarifzone und 5 Fr. für längere Fahrten.

Das Nachtnetz soll in fünf Jahren kostendeckend sein. Bis dahin wird es von den Kantonen Basel-Stadt, Baselland und Aargau sowie Gemeinden im Kanton Solothurn mitfinanziert. Den Anstoss zur Koordination bisheriger Nachtlinien und zum Aufbau des Nachtnetzes hatten Vorstösse in den Kantonsparlamenten der beiden Basel gegeben.

«Ab durch die Nächte»

Laut dem Basler Regierungsrat Ralph Lewin ist das Nachtnetz ein «weiteres Qualitätsprodukt unserer Transportunternehmen». Gemäss seinem Baselbieter Kollegen Jörg Krähenbühl leisten die Träger damit «auch einen wesentlichen Beitrag an die Verkehrssicherheit». Das Logo des Nachtnetzes zeigt einen Fuchs und den Slogan «Ab durch die Nächte».

(sda)

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