FCB auf Meisterkurs: In Basel glaubt man nicht an Geister
Aktualisiert

FCB auf MeisterkursIn Basel glaubt man nicht an Geister

Der Meister hat in der wichtigsten Phase der Meisterschaft zu alter Stärke zurückgefunden. Nach dem 3:1 über Luzern rückt der fünfte Titel in Serie immer näher.

von
Eva Tedesco

Der FC Basel gewinnt in der 33. Runde gegen Luzern 3:1. Trainer Murat Yakin nach dem Spiel im Interview. (Video: 20 Minuten)

In der 70. Minute hielt es Marco Streller nicht mehr auf der Bank. Der wiedergenesene, aber gegen Luzern noch nicht eingesetzte FCB-Captain baute sich am Spielfeldrand auf und reckte beide Fäuste in den Nachthimmel. Danach streichelte er Giovanni Sio freundschaftlich über den Kopf – der Stürmer hatte soeben zum 3:1-Schlussresultat für den FCB erhöht. Die drei Punkte waren im Sack und ein weiterer Schritt in Richtung fünfter Titel in Serie auch.

Von Runde zu Runde wurde es für GC enger, den Leader noch abzufangen. Für die Bebbi-Fans rückte der Party-Balkon auf dem Barfi schon in Sichtweite und kurz vor Spielschluss stimmten sie sich gesanglich auch schon auf die Party ein. Lautstark feierten und sangen sie: «Glaubet nit an Geister, glaubet nit an Geister, dr FCB wird Schwiizer Meister.»

FCB gab sich keine Blösse

Mit dem Selbstvertrauen eines Meisters spielten auch ihre Helden. Valentin Stocker (10.) mit einem herrlichen Freistoss und Fabian Schär (38.) – mit dem 47. Basler Saisontor aus dem Spiel heraus – brachten das Heimteam früh in Führung. Das zwischenzeitliche 1:2 von Dimitar Rangelov (10. Saisontreffer) war nur ein kurzes Aufflackern der Luzerner Hoffnung.

«Das war eine gute, kämpferische Leistung», sagte Murat Yakin nach dem 28. Spiel seiner Mannschaft ohne Niederlage in Folge. «Wir haben sehr druckvoll begonnen, haben grosse Laufbereitschaft gezeigt und hatten eine gute Balance von Defensive und Offensive.»

Vor den Augen des Stuttgart-Sportchefs

Mit dem zweiten souveränen Sieg innert vier Tagen zeigt der FCB, dass er in der wichtigsten Phase der Meisterschaft zur alten Stärke zurückgefunden hat. Schon in St. Gallen (3:0) legte Basel einen überzeugenden Auftritt hin. Und schon in der Ostschweiz mit einem starken Valentin Stocker, der momentan nicht nur seine Rolle als Ersatz-Captain sehr ernst nimmt, sondern auch für Streller als Torschütze vom Dienst einspringt.

Der Krienser erzielte vor den Augen von Stuttgart-Sportchef Fredi Bobic bereits das fünfte Tor im vierten Spiel und steht nun schon bei elf Saisontreffern. Die gute Form wird auch Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld freuen.

Sportchef, Spekulationen, Schwaben

Ob Bobic wegen Stocker den Weg ins Joggeli auf sich genommen hat, wie rundum spekuliert wurde, oder für Fabian Frei, den der Bundesligist schon seit Monaten scouten lässt, ist nicht überliefert. Wahrscheinlicher ist, dass sich Bobic persönlich einen Eindruck von der Arbeit von Trainer Murat Yakin, den er aus gemeinsamen Stuttgarter Zeiten bestens kennt, machen wollte. Zwar bleibt Huub Stevens, aktuell Trainer bei den Schwaben, erster Ansprechpartner für die nächste Saison, aber Präsident Bernd Wahler räumte dieser Tage ein: «Wir machen uns parallel andere Gedanken.» Neben Armin Veh, der bei Frankfurt aufhört, passt Yakin in das von Bobic geforderte Profil.

Würde passen, zumal Yakins Zukunft beim FCB ungewiss ist. Yakin äussert sich derzeit nicht dazu, weist lediglich darauf hin, dass er in Basel noch einen Vertrag hat und diesen zu erfüllen gedenkt. «Wir geniessen heute Abend den Sieg gegen Luzern. Ab Donnerstag gilt es, sich gut zu erholen und uns auf das nächste Spiel am Sonntag gegen YB vorzubereiten», so Yakin. Und auf den nächsten – den fünften – Titelgewinn in Folge? Denn im besten Fall kann der FCB schon am Sonntag in Bern Meister werden. Dazu muss Rotblau sein Spiel gegen YB gewinnen und im Gegenzug GC in Aarau am Samstag verlieren.

Restprogramm FC Basel:

So, 11. Mai: YB – Basel

Do, 15. Mai: Aarau – Basel

So, 18. Mai: Basel – Lausanne

Restprogramm GC:

Sa, 10. Mai: Aarau - GC

Do, 15. Mai: GC - Luzern

So, 18. Mai: Sion - GC

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