Aktualisiert 26.10.2010 18:07

Rauchverbot

In Basel soll wieder gequalmt werden

Eine neue Volksinitiative will in Basel-Stadt den seit 1. April geltenden Nichtraucherschutz lockern. Basel soll 150 Raucherbaizen und 50 bediente Fumoirs erhalten.

Nichtraucherschutz light in Basel. Die Initianten wollen das strenge kantonale Gesetz durch das Bundesrechts-Regime ersetzen, das auch kleine Raucherbeizen und bediente Fumoirs erlaubt. Die Volksinitiative «Ja zum Nichtraucherschutz ohne kantonale Sonderregelung!» ist am Dienstag den Medien vorgestellt worden; sie wird am Dienstag im Kantonsblatt publiziert. Treibende Kraft ist der Wirteverband; er argumentiert mit der Vielfalt der Gastroszene, die mit dem strengen kantonalen Gesetz gefährdet sei.

Das Kantonsrecht war aufgrund einer 2008 angenommenen Initiative der Lungenliga verschärft worden. Das im Vergleich lockerere Bundesgesetz zum Passivraucherschutz war später erlassen worden; es lässt indes explizit strengere kantonale Vorschriften zu.

«Es riecht irgendwie komisch»

Die Initianten schätzen, dass mit ihrem Vorschlag von den insgesamt 850 Basler Beizen fast 700 ganz rauchfrei bleiben würden. Neben etwa 150 kleinen Raucherlokalen sollen rund 50 bediente Fumoirs entstehen. Unter dem Strich blieben so rund 90 Prozent der Service-Arbeitsplätze rauchfrei.

Laut den Initianten haben heute 20 Prozent der Beizen echte Probleme mit dem Rauchverbot, und im Winter werde es noch schlimmer. Dies betreffe vor allem Treffpunkt-Lokale mit hohem Getränke-Anteil am Umsatz. Diese behälfen sich heute mit einem Vereins-Konstrukt (Modell «Fümoar») - dieses ist indes juristisch umstritten. (sda)

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