09.01.2020 15:54

Flughafen Bern-Belp

In Belp suchen Zöllner nach illegalen Luxusgütern

Halstücher aus dem Fell der Tibetantilope, Drogen oder schmutziges Geld: Nicht alles, was auf dem Berner Flughafen aus den Jets geladen wird, ist legal.

von
miw
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Die Winterzeit lockt Superreiche aus aller Welt ins Berner Oberland.

Die Winterzeit lockt Superreiche aus aller Welt ins Berner Oberland.

Instagram / kafader.aviation
Die Gäste landen mit ihren Privatjets auf dem Flughafen Bern-Belp.

Die Gäste landen mit ihren Privatjets auf dem Flughafen Bern-Belp.

Bern Airport AG
Mit im Gepäck sind da manchmal auch verbotene Luxusgüter. Die Schweizer Grenzwache führt deswegen immer wieder unangemeldete Kontrollen durch.

Mit im Gepäck sind da manchmal auch verbotene Luxusgüter. Die Schweizer Grenzwache führt deswegen immer wieder unangemeldete Kontrollen durch.

Keystone/Francesca Agosta

Am Flughafen Bern-Belp durchsucht die Grenzwacht derzeit fleissig die überfüllten Koffer superreicher Touristen. Jetzt, in der Winterzeit, erwarten die Zöllner im Belpmoos nämlich vermehrt die Einfuhr illegaler Luxusgüter.

Seit dem Grounding von Skywork 2018 verkehren im Belpmoos fast ausschliesslich Privatjets. Während der Wintermonate landen Wohlhabende aus aller Welt auf dem Berner Flughafen, um anschliessend in den hiesigen Bergen Ferien zu machen.

Mit im Gepäck ist da manchmal auch Verbotenes, wie Kontrollen ergaben. In den Reisekoffern einer reichen russischen Familie entdeckte die Grenzwache so erst kürzlich elf teure Halstücher aus Shatush-Wolle, wie der Lokalsender TeleBärn berichtet. Diese sogenannte Königswolle wird illegal aus dem Fell der geschützten Tibetantilope gewonnen – die Einfuhr der Schals ist somit illegal. Mit 21'000 Franken wurden die Gäste aus dem Osten schliesslich gebüsst. Die illegalen Textilien hat die Grenzwache beschlagnahmt.

Drehscheibe für internationale Schmuggler?

Doch nicht nur wegen gesetzeswidrigem Prunk sei die Kontrolle am Flughafen Bern-Belp wichtig, sagt Zöllner Martin Rebmann zum Sender. Denn: Betäubungsmittel- und Geldschmuggel seien im Belpmoos keine Seltenheit. Dies, weil man an einem solchen Flughafen quasi unter dem Radar aufkreuzen und wieder verschwinden könne. Mit den seit 2017 eingeführten, unangemeldeten Kontrollen auf Kleinflughäfen will man solchen kriminellen Machenschaften besser entgegenwirken.

Keine Ausnahme für Superreiche

Über die Kontrollen der Schweizer Ordnungshüter seien die Passagiere der Privatflieger in der Regel wenig erfreut, heisst es auf TeleBärn, vielmehr empfänden sie das Scannen des Gepäcks als Schikane. Auch fänden es viele mühsam, wegen der Kontrolle im Flughafengebäude nicht direkt in den bereits warteten Helikopter umsteigen zu können.

Aber auch die Belegschaft des Flughafens Bern-Belp freue sich nicht immer über die Einsätze der Grenzwächter. Man habe Angst, die wohlhabenden Kunden zu vergraulen. Grenzwächterin Marina Lanz meint dazu nur: «Wir machen einfach unseren Job. Wir behandeln alle gleich, also machen wir auch hier keine Ausnahme.»

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