Aktualisiert 08.12.2011 13:01

Roman Josi

In Bern ist alles lauter

Roman Josi vergleicht die ersten Gehversuche in der NHL mit seinem Debüt beim SC Bern. Nun soll er in Nashville dieselben Fortschritte machen wie damals beim SCB.

von
Jürg Federer, USA

Als Roman Josi in Bern aufwuchs, war sein grosses Ziel, einmal für den SC Bern zu spielen. Als er dann für Juniorennationalteams aufgeboten wurde, hat er seine Ziele neu definiert. «Da wurde die NHL auf einmal zum Thema für mich», sagt Josi im Gespräch mit 20 Minuten. Mit dem SC Bern wurde Josi 2010 Schweizer Eishockeymeister, gleich nach dem Meisterschaftserfolg verliess er die Schweiz, die NHL vor Augen. Nach über einem Jahr in der AHL ist Josi am Ziel seiner Reise angekommen. Seit zwei Wochen spielt er für Nashville in der härtesten Liga der Welt.

Seine ersten Schritte auf der grossen Eishockeybühne seien mit den ersten Gehversuchen beim SC Bern vergleichbar, sagt Josi. «Auch da war ich der Jüngste im Team.» Kurz bevor er erstmals in der NHL eingesetzt wurde, wurde er über die Taktik der Predators informiert. Seither hat Josi nichts mehr vom Coachingstaff gehört. Seine Leistung in der NHL analysiert er deshalb selber. «Ich denke, ich habe bis auf die Partie vom letzten Samstag gegen Buffalo gut gespielt. Im Grossen und Ganzen bin ich zufrieden mit mir.»

Ein Abendessen mit Hiller und Sbisa

Am letzten Freitag sind die Predators von einem Roadtrip aus Calgary zurückgekehrt, seither lebt Josi im Hotel in Nashville. Zum Training und zu den Heimspielen fährt er mit Mannschaftskollegen, die er aus der AHL kennt. «Ein Auto habe ich keines, deshalb bin ich selten in der Stadt anzutreffen. Eigentlich bin ich immer entweder im Hotel, in der Eishalle oder im Restaurant.» Für die WG, die Josi in Milwaukee bezogen hat, zahlt er nach wie vor Miete, «das kann ich meinen Kollegen ja nicht antun, einfach auszuziehen», sagt er. Und schliesslich wisse er nie, wie lange sein Aufenthalt in der NHL dauern werde. Am Samstag werden die Anaheim Ducks mit Luca Sbisa und Jonas Hiller in Nashville zu Gast sein, Josi hofft, dass er dann noch für die Predators spielt. «Dann könnten wir zu dritt auswärts essen gehen, sonst höre ich von Sbisa und Hiller nur ab und zu am Telefon.»

Zaungast in der NHL

Das Heimpublikum, das Hiller und Sbisa am Samstag erwarten wird, sei unglaublich laut, «auf dem Roadtrip dröhnte es in keiner Arena so wie hier in Nashville», sagt Josi. So frenetisch wie damals beim SC Bern sei das Publikum zwar nicht, niemand singe während dem Spiel aber laut sei es schon. Auch der Coach sei in Nashville etwas ruhiger als er sich das aus der Schweiz gewohnt war. «Gerade John Van Boxmeer hat schon immer wieder mal geschrien, als Coach war er sehr laut.» Barry Trotz, der Headcoach der Nashville Predators, sei im Vergleich dazu sehr ruhig. Beim SC Bern wollte Josi einst spielen, in Nashville ist er an seinem Ziel angekommen. «Es ist grossartig Mannschaftskollegen wie Shea Weber und Ryan Suter zuzuschauen.» Spielen die Predators gegen Topteams, ist Josi oft noch Zaungast. «Dann schickt der Coach regelmässig die Starverteidiger aufs Eis.» Josis Job ist es, gegen die dritte und vierte Linie des Gegners zu verteidigen. Das war vor fünf Jahren, als Josi zum ersten Mal im Kader des SC Bern stand, auch so. Doch nur wenig später war er bereits eine tragende Figur beim Titelgewinn des SC Bern. Der selbe Aufstieg liegt nun in der NHL vor ihm.

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