Aktualisiert 21.08.2012 18:01

Wachstumsmotor stottertIn China stehen die Ampeln auf Orange

Die Wolken über dem Wirtschaftswunder China werden dunkler. Experten warnen gar vor einem Kollaps.

von
Valeska Blank
Deutliche Abkülung: Im Wirtschaftswunderland China zeigen die Wachstumsraten nach unten.

Deutliche Abkülung: Im Wirtschaftswunderland China zeigen die Wachstumsraten nach unten.

Immer mehr Experten zweifeln an einer Fortsetzung der chinesischen Erfolgsstory. Laut dem Vizepräsidenten der japanischen Zentralbank könnte das Land einer Finanzkrise entgegentrudeln.

Die Blasenbildung bei Immobilienpreisen sei riskant. «China betritt nun die Gefahrenzone», so der Notenbanker. Ein Artikel in der «Welt» klingt ähnlich: Darin wird gar von einem Kollaps gewarnt.

«Immense Herausforderungen»

Laut dem Bericht sind viele Fabriken nur noch zu 60 Prozent ausgelastet. Im zweiten Quartal ist das Wirtschaftswachstum in China auf 7,6 Prozent gefallen – den niedrigsten Stand seit drei Jahren.

«Es sind immense Herausforderungen vorhanden», bestätigt Beat Schumacher, China-Experte bei der ZKB. Obwohl er kurzfristig nicht schwarz für China sehe, seien in fünf bis zehn Jahren grössere Rückschläge möglich. «Die Ampel steht auf orange.»

Osec weniger pessimistisch

Schwächeres Wachstum in China hätte auch Auswirkungen auf Europa und die Schweiz: «Die bisherige Abnahme der chinesischen Wirtschaftsleistung hat das Wachstum des Welt-Bruttoinlandprodukts um ein Viertel bis ein halbes Prozent gedämpft», rechnet Schumacher vor.

Weniger pessimistisch zeigt sich die Osec: Auch wenn China über kein zweistelliges Wachstum mehr verfüge, gewinne es an globaler Bedeutung, schreibt die Exportförderungsorganisation.

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