Zahlen des Bundesamts für Statistik - In den leeren Wohnungen der Schweiz könnten alle Stadtberner leben
Publiziert

Zahlen des Bundesamts für StatistikIn den leeren Wohnungen der Schweiz könnten alle Stadtberner leben

Erstmals seit zwölf Jahren ist in der Schweiz die Zahl der Leerwohnungen rückläufig. Allerdings würden laut Hauseigentümerverband noch immer alle Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Bern in den leerstehenden 71’365 Wohneinheiten Platz finden.

1 / 2
Gemäss dem HEV gibt es in der Schweiz genügend leere Wohnungen.

Gemäss dem HEV gibt es in der Schweiz genügend leere Wohnungen.

Imago
Weitaus der am meisten angebotene Wohnraum findet sich in Mietobjekten.

Weitaus der am meisten angebotene Wohnraum findet sich in Mietobjekten.

Imago

Darum gehts

  • Die Zahl der leerstehenden Wohnungen in der Schweiz hat laut dem Bundesamt für Statistik im vergangenen Jahr um rund 1,5 Prozent abgenommen.

  • Dennoch gibt es laut dem HEV keine Wohnungsnot im Land. Leere Wohnungen gibt es aber vor allem in ländlichen Kantonen.

  • Sechs von sieben leeren Wohnungen im Land sind Mietwohnungen.

Am Stichtag vom 1. Juni 2021 waren laut dem Hauseigentümerverband HEV schweizweit 71‘365 leere Wohnungen ausgeschrieben. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 7467 Leerwohnungen, welcher hauptsächlich in den Kantonen Aargau, Bern und Zürich stattfand. «Somit befinden wir uns um etwas weniger als 1000 Wohnungen unter dem Leerstandsniveau von 2018 mit 72'294 Wohnungen» heisst es in einem Communiqué vom Dienstag. Besonders hohe Leerstände fänden sich in den Kantonen Solothurn, Tessin, Appenzell Innerrhoden und dem Jura.

Der Wohnungsmarkt sei allerdings mit einer neuen Dynamik konfrontiert, so der HEV: Seit der Pandemie habe der Wunsch nach mehr Wohnraum zugenommen. Vor allem das Homeoffice habe dazu geführt, dass sich Mieterinnen und Mieter geräumigere Wohnungen suchen würden. Während in der Folge das Angebot an Einzimmerwohnungen im Vergleich zum Vorjahr um 9,2 Prozent gestiegen sei, hat jenes der Vierzimmerwohnungen um 16,5 und das von Wohnungen mit über vier Zimmern gar um 20,7 Prozent abgenommen. Dennoch besteht laut dem HEV schweizweit gesehen keine Wohnungsnot: Würden in jeder der als leerstehend gemeldeten Wohnungen zwei Personen wohnen, fänden darin alle Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Bern Platz.

Sechs von sieben Wohnungen zur Miete

Gerade mal jede siebte der ausgeschriebenen Wohnungen werde zum Kauf angeboten – der Rest sind Mietwohnungen. Gemäss HEV setzt dies die Mieten unter Druck: Wie aus dem monatlichen Immobilien-Index des Immobilienberatungsunternehmens IAZI und von ImmoScout24 hervorgehe, seien die Angebotsmieten im August 2021 erneut um ein halbes Prozent gesunken.

Den Grund dafür sieht der HEV in den tiefen Zinsen: Für viele Anleger sei es trotz Leerständen und sinkenden Mieten immer noch lukrativer, in Mehrfamilienhäuser zu investieren statt ihr Geld anderweitig anzulegen. Allerdings würden institutionelle Anleger, wie etwa Pensionskassen, Leerstände besser verkraften als Privatpersonen, zumal sie nur wenige Wohnungen besitzen.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

(trx)

Deine Meinung