Aktualisiert 03.11.2014 15:02

UndercoverIn der Antarktis forscht ein Pinguin auf Rädern

Kaiserpinguine gelten als extrem scheu. Doch nun sind Forscher ihnen ganz nahe gekommen – mithilfe eines als Baby-Pinguin verkleideten Roboters.

von
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Passiert etwas Unvorhergesehenes oder nähern sich Menschen, geraten wild lebende Kaiserpinguine (Aptenodytes forsteri) in Stress. Beispielsweise gerät ihr Herzschlag aus dem Takt. Um die Tiere nicht zu gefährden, haben sich Forscher bisher weitestgehend von ihnen ferngehalten. Entsprechend wenig war über die bis zu einem Meter grossen Tiere bekannt.

Doch nun haben Forscher der Universität Strassburg eine mehr als herzige Lösung für dieses Problem gefunden: Statt selbst eine Königspinguin-Kolonie zu besuchen, schickten sie einen Stellvertreter. Der ist so flauschig, dass er nicht nur Kinderherzen im Sturm erobern würde, sondern auch von den majestätischen Vögeln als einer der ihren akzeptiert wird: ein als Pinguin-Baby verkleideter Roboter auf Rädern.

Seine Aufgabe: Die Kaiserpinguine beim Brüten in der Antarktis aus nächster Nähe zu studieren, ohne sie aufzuschrecken. Der Trick ging auf. Die Tiere flüchteten nicht, sondern scharten sich neugierig um den Neuzugang. Auf diese Weise konnte das Team um Yvon Le Maho die Messdaten von den RFID-Chips ablesen, die sie den Pinguinen früher einmal eingesetzt hatten, wie sie im Fachjournal «Nature Methods» schreiben.

Auch ohne Küken-Aufsatz vertrieb der Roboter die Pinguine nicht – obwohl sie im Gegensatz zu den See-Elefanten zumindest auf ihn reagierten. (Video: Youtube/Science News)

Dass Pinguine einen eher unbeschwerten Umgang mit künstlichen Artgenossen haben, zeigte vergangenes Jahr schon Tierfilmer John Downer in seiner Doku «Penguins: Spy in the Huddle».

Trailer zur BBC-Dokumentationsreihe «Penguins: Spy in the Huddle». (Quelle: Youtube/BBC)

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