Schlieren ZH: In der Biobadi wimmelts von Fäkal-Bakterien
Aktualisiert

Schlieren ZHIn der Biobadi wimmelts von Fäkal-Bakterien

In der Biobadi im Moos wurden massiv zu viele Kolibakterien gemessen. Laut der Stadt hat das mit der Hitze und den Kindern zu tun, die ihr Geschäft im Wasser erledigen.

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som
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In der Biobadi Schlieren wurden zu viele Fäkalbakterien gemessen. Bereits 2012 gab es dort dieses Problem.

In der Biobadi Schlieren wurden zu viele Fäkalbakterien gemessen. Bereits 2012 gab es dort dieses Problem.

Priska Ketterer/Stadt Schlieren
Deshalb verteilte die Stadt Schwimmringe, die das Image der Badi aufpeppen sollten.

Deshalb verteilte die Stadt Schwimmringe, die das Image der Badi aufpeppen sollten.

Leser-Reporter
In der ganzen Stadt wurden die Schwimmringe damals deponiert, so etwa in den Brunnen. Im Ganzen sind es 1000 Stück.

In der ganzen Stadt wurden die Schwimmringe damals deponiert, so etwa in den Brunnen. Im Ganzen sind es 1000 Stück.

Leser-Reporter

1000 Kolibakterien im Nichtschwimmerbecken und 240 Kolibakterien pro 100 Milliliter Badewasser im Kinderbecken: Diese alarmierenden Werte standen am Dienstag auf dem Aushang «Badewasserkontrolle», der im Eingangsbereich der Biobadi im Moos in Schlieren hängt – ermittelt wurden sie von einem von der Stadt beauftragten Labor am 3. Juli.

Damit sind die Werte massiv überschritten. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt für Badeteiche einen Grenzwert von höchstens 100 der Fäkalbakterien pro 100 Milliliter – eine Überschreitung kann Durchfall oder Übelkeit zur Folge haben. Das schockiert den Schlieremer FDP-Gemeinderat Markus Weiersmüller, dem der Aushang aufgefallen ist. «Jeder Tümpel im Kanton Zürich muss die Grenzwerte erfüllen, die in der Biobadi um ein Vielfaches überstiegen werden», sagt er zur «Limmattaler Zeitung».

Bereits 2012 schlechte Wasserqualität

Nicht zum ersten Mal kämpft die Biobadi mit schlechter Wasserqualität. 2012 wiesen das Planschbecken und das Nichtschwimmerbecken dreimal so hohe Werte wie die BAG-Empfehlung auf. Damals litten Badegäste nach dem Besuch unter Durchfall. Deshalb verteilte die Stadt im Juni Schwimmringe mit der Aufschrift «I love Moos», um das Image der Badi aufzupeppen. Stadtrat Stefano Kunz (CVP) versicherte gegenüber 20 Minuten damals, dass man das Problem mit der Wasserqualität mittlerweile im Griff habe.

Davon ist Kunz noch immer überzeugt: «Wir haben heute das bessere Reinigungssystem.» Dass jüngst zu viele Kolibakterien nachgewiesen worden seien, habe mit der aktuellen Hitze zu tun, die die Wassertemperatur auf über 25 Grad ansteigen lässt und viele Besucher ins kühlende Nass lockt: «Darunter leidet die Wasserqualität massiv.» Hinzu komme, dass man in einer Biobadi keine Chemikalien einsetzen könne.

Bitte Geschäft nicht im Wasser erledigen

Man habe aber auf die Laborwerte schnell reagiert und das Wasser in den betroffenen Becken sofort ausgewechselt. Dass Besucher wegen der hohen Koliwerte krank wurden, sei ihm nicht bekannt. «Statt einmal wöchentlich führen wir mittlerweile zudem selbst täglich Kontrollen durch.» Zusätzlich gebe es die Messungen vom externen Labor: «Da diese Auswertung aber meistens länger dauert, hingen bis Dienstag noch die alten Werte am Aushang.»

Mittlerweile seien die Aushänge aber ausgewechselt worden: «Die aktuelle Wasserqualität ist einwandfrei.» Man wechsle mittlerweile das Wasser im Planschbecken auch alle zwei bis drei Stunden aus und führe zusätzlich Frischwasser hinzu.

Maximal noch 500 Badegeäste pro Tag

Er appelliert auch an die Eltern, darauf zu achten, dass ihre Kinder ihr Geschäft nicht im Wasser erledigen: «Das lässt die Anzahl Kolibakterien natürlich auch ansteigen.» Tatsächlich fand das Labor im Schwimmbecken und dem Becken mit dem Sprungturm am 3. Juli lediglich 21 Kolibakterien pro 100 Milliliter, was weit unter dem Grenzwert ist.

Als weitere Sofortmassnahme wird der Zutritt zum Schwimmbad bis auf weiteres auf maximal 500 Badegäste pro Tag beschränkt. An Spitzentagen besuchten in den letzten Jahren zwischen 1'200 und 1'500 Personen das Bad, während den Sommerferien waren es jeweils 200 bis 600 Personen.

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