Neu in der Lehre: «In der ersten Woche hatte ich Blasen an den Füssen»
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Neu in der Lehre«In der ersten Woche hatte ich Blasen an den Füssen»

Letzte Woche ging die Schule wieder los – auch für rund 13'000 Jugendliche, die im Kanton Zürich ihre Lehre anfingen. Vier davon erzählen, wie es ihnen erging.

von
som/mon

Die beiden Lehrlinge Stephen Olson und Justin Hirzel erzählen von ihrem Berufsalltag.

Es ist Hochbetrieb im Restaurant Carlton an der Zürcher Bahnhofstrasse. Seit Anfang August ist dieser Stress auch für Stephen Olson (15) und Justin Hirzel (15) Alltag. Sie gehören zu den rund 13'000 Jugendlichen im Kanton Zürich, die frisch mit der Lehre angefangen haben. «In der ersten Woche hatte ich noch Muskelkater. Da war es in der Schule weniger anstrengend», sagt Nachwuchskoch Olson. Hirzel, der im Service arbeitet, hatte mit Blasen an den Füssen zu kämpfen.

Spass haben sie jedoch beide. Hirzel: «In der Schule durfte ich nur herumsitzen. Hier läuft wenigstens etwas.» Ein schöner Nebeneffekt sei auch der Lohn von rund 1000 Franken. Mit seinem ersten will Hirzel ein Handy und neue Kleider kaufen. Olson will sparen. Carlton-Inhaberin Daniela Segmüller freut sich, dass es den beiden Jugendlichen in ihrem Betrieb gefällt: «Gastronomie ist zwar Knochenarbeit, aber es gibt auch viele positive Aspekte», so Segmüller. Weiterbildungen wie auch Aufenthalte im Ausland seien möglich: «Zudem erfordert der Beruf, dass man aus sich herauskommt.» Für die jungen Leute ein Pluspunkt: «Sie werden schneller erwachsen und lernen, auch mit schwierigen Situationen umzugehen.»

KV-Lernende: Mit dem ersten Lohn kauft sie ein Geschenk

Spass hat auch Jasmin Arnold aus Arth-Goldau SZ. Dass sie einmal bei einer Bank arbeiten wollte, war ihr schon nach einer Schnupperlehre vor einigen Jahren klar. Trotzdem ging sie zuerst ans Gymi. Weil ihr das zu wenig abwechslungsreich war, bewarb sie sich für eine Lehre bei der UBS. Mit Erfolg. Vor zwei Wochen hat sie ihren Arbeitsplatz in der Filiale an der Zürcher Löwenstrasse bezogen. Bis jetzt erledigt sie administrative Tätigkeiten und schaut ihren Kollegen bei Kundengesprächen zu: «Ich freue mich schon jetzt darauf, wenn ich alleine Kunden bedienen darf.»

Jasmin Arnold gefällt, dass sie in der Bank viel mehr im Team arbeitet als in der Schule. «Meine Kollegen sind nett.» In den ersten Tagen sei sie aber abends sehr müde gewesen: «Es war halt viel Neues.» Dies habe sich aber mittlerweile gelegt. «Wenn ich nach Hause komme, mache ich ganz normal meine Aufgaben. So wie früher auch», so Arnold, die die Berufsmatur macht. Nach der Lehre wünscht sie sich eine Festanstellung bei der Bank. Vorerst gibt es aber noch den ersten Lehrlingslohn, dessen Höhe die UBS nicht bekannt gibt. Arnold will damit ein Geburtstagsgeschenk für ihre Mutter kaufen.

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Justin Hirzel hat seine Ausbildung zum Restaurationsfachmann im Restaurant Carlton an der Bahnhofstrasse begonnen. «In der Schule durfte ich nur Herumsitzen. Hier läuft wenigstens etwas», sagt der 15-Jährige.

Justin Hirzel hat seine Ausbildung zum Restaurationsfachmann im Restaurant Carlton an der Bahnhofstrasse begonnen. «In der Schule durfte ich nur Herumsitzen. Hier läuft wenigstens etwas», sagt der 15-Jährige.

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Im gleichen Betrieb hat Stephen Olsen hat seine Ausbildung zum Koch begonnen. «In der ersten Woche hatte ich noch Muskelkater. Da war es in der Schule weniger anstrengend.»

Im gleichen Betrieb hat Stephen Olsen hat seine Ausbildung zum Koch begonnen. «In der ersten Woche hatte ich noch Muskelkater. Da war es in der Schule weniger anstrengend.»

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Siro Cescutti schleppt seit dem 13. August schwere Ziegel.

Siro Cescutti schleppt seit dem 13. August schwere Ziegel.

Marti AG

Maurerlehrling: «Am Abend gehe ich ins Fitness»

Siro Cescutti (16) hingegen will seinen ersten Lohn von rund 900 Franken auf die Seite legen – für Ferien oder die erste Wohnung. Er hat am 13. August seine Ausbildung zum Maurer bei der Marti AG begonnen, wo er auf dem Bau und beim Erstellen von Plänen schon kräftig mithilft. «Die Tätigkeit ist mega abwechslungsreich.» Und genau das, was er schon immer habe machen wollen.

Natürlich sei es im Beruf ganz anders als in der Schule: «Aber man gewöhnt sich schnell daran», findet Cescutti. Da er sehr sportlich sei, mache ihm auch die körperliche Anstrengung auf dem Bau nichts aus: «Ich bin am Abend gar nicht so müde.» Meistens gehe er sogar noch ins Fitness oder treffe Freunde, erzählt der 16-Jährige. Auch eine Weiterbildung zum Polier will Cescutti machen. Und später dann zur Berufsfeuerwehr wechseln: «Das ist mein ganz grosser Traum.»

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