Aktualisiert 15.12.2009 23:31

ZürichIn der Kläranlage wimmelt es von Kondomen

Am Fest der Liebe wird in Zürcher Haushalten nicht nur gekuschelt: Dies zeigt ein Blick in die Rechen der Kläranlagen.

von
Regina Ryser

An Weihnachten zeigen Zürcher Gefühle – zwischen den Laken geht es wild zu und her. Dies kann Leta Filli, Sprecherin von ERZ Entsorgung und Recycling Zürich, jedes Jahr aufs Neue beobachten: «In den Weihnachtstagen hängen viel mehr Präservative in den Rechen als sonst.» Auch an Feiertagen, bei Stromausfall oder schlechtem Fernsehprogramm stelle man mehr gebrauchte Kondome in Zürcher Kläranlagen fest.

Doch nicht nur Gummis landen im WC: «Der Fantasie sind leider keine Grenzen gesetzt», erklärt Filli. Windeln, Binden, Damenstrümpfe, Wattestäbchen, Katzensand, Portemonnaies, Schlüssel, sogar Handys und Gebisse kämen in den Kläranlagen zum Vorschein. Filli kann darüber nur den Kopf schütteln: «Abfall, Hygieneartikel oder Katzensand in der Toilette zu entsorgen ist verboten und kann die Leitungen verstopfen.» Um diese zu sanieren, müssten jene, die ihren Müll nicht in den Kehrichtsack werfen, sehr hohe Kosten auf sich nehmen. Zudem drohe ihnen wegen illegaler Entsorgung eine

Busse ab 250 Franken. Wer zudem die Reste des Festschmauses ins WC wirft, muss sich laut Filli nicht wundern über unangenehmen ­Besuch in den eigenen vier Wänden: «Ratten und Kakerlaken ernähren sich von Essensresten.»

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