Aktualisiert 07.02.2015 00:41

Nichts anfassen!

In der Metro fährt die Pest mit

New Yorks U-Bahn hatte nie den Ruf, besonders sauber zu sein. Doch was Forscher dort an gefährlichen Bakterien fanden, ist nichts für schwache Mägen.

von
jcg
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Die New Yorker U-Bahn befördert jeden Tag 4,9 Millionen Passagiere. Diese bringen einige Bakterien mit. In den Stationen haben Forscher 562 Arten nachgewiesen, 67 davon sind gefährlich für Menschen.

Die New Yorker U-Bahn befördert jeden Tag 4,9 Millionen Passagiere. Diese bringen einige Bakterien mit. In den Stationen haben Forscher 562 Arten nachgewiesen, 67 davon sind gefährlich für Menschen.

AFP/Andrew Burton
Das «Wall Street Journal» hat in einer interaktiven Karte die Verteilung der Erreger über das U-Bahn-Netz visualisiert. Im Bild: Hier wurden Bakterien gefunden, die in Verbindung zu Hirnhautentzündungen stehen.

Das «Wall Street Journal» hat in einer interaktiven Karte die Verteilung der Erreger über das U-Bahn-Netz visualisiert. Im Bild: Hier wurden Bakterien gefunden, die in Verbindung zu Hirnhautentzündungen stehen.

WSJ
Hier kann man sich im ungünstigsten Fall eine Lebensmittelvergiftung holen.

Hier kann man sich im ungünstigsten Fall eine Lebensmittelvergiftung holen.

WSJ

Beulenpest, Diarrhö und Hirnhautentzündung – diese potenziell tödlichen Krankheiten können von Bakterien ausgelöst werden. Von Bakterien, die Forscher in New Yorks Subway nachgewiesen haben. Das Team des Weill Cornell Medical College hatte die wenig beneidenswerte Aufgabe auf sich genommen, von sämtlichen 466 Stationen der New Yorker Verkehrsbetriebe MTA ein genetisches Profil zu erstellen.

Das verlangte ihnen einiges ab, wie das «Wall Street Journal» treffend schrieb: «In New York City wichen die Cornell-Forscher tapfer Ratten, weggeworfenen Schwangerschaftstests, benutzten Kondomen, Erbrochenem und verrottenden Esswaren aus, um die Oberflächen in jeder U-Bahnstation abzutupfen.» Doch ihre Arbeit war äusserst ergiebig.

In 18 Monaten fanden sie über 15'000 Lebensformen. 562 waren Bakterien, von denen 67 für den Menschen gefährlich sein können. Neben den oben erwähnten Leiden können sie auch üble Krankheiten wie Lungenentzündungen, Blut- und Lebensmittelvergiftungen sowie Tetanus verursachen.

Tourismus-Hotspots betroffen

In einer äusserst detaillierten interaktiven Karte hat das «Wall Street Journal» die Resultate der Forschung visualisiert und erlaubt dem Leser so, festzustellen, welche Erreger an einer bestimmten Haltestelle lauern. Wenig überraschend waren es die verkehrsreichsten Stationen, wo die meisten Bakterienarten gefunden wurden: Grand Central-42nd Street mit 128 Bakterienarten und Times Square-42nd Street mit 114 Bakterienarten gehörten – mitten im touristischen Herz New Yorks – zu den am meisten von Bakterien geplagten Stationen.

Trotzdem muss niemand einen Bogen um den Big Apple machen. Alle diese Erreger wurden in so kleinen Mengen gefunden, dass sich ein gesunder Mensch unmöglich mit einer dieser Krankheiten anstecken könnte. Zudem fanden die Forscher auch nützliche Bakterien. Zum Beispiel solche die Öl und andere Abfälle zersetzen können. Ihnen wird die Arbeit in den Schächten der New Yorker Subway so schnell nicht ausgehen.

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