Handy-Konsum: «In der Nacht muss ich nicht erreichbar sein»
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Handy-Konsum«In der Nacht muss ich nicht erreichbar sein»

Der eine chattet bis spät in die Nacht, der andere liest lieber ein Buch: Zwei Leser erzählen, wie sie abends mit dem Smartphone umgehen.

von
B. Zanni
Gregor Schibig  findet: «Die Nacht ist zum Schlafen da.» Darum schaltet er sein Handy in den Flugmodus.

Gregor Schibig findet: «Die Nacht ist zum Schlafen da.» Darum schaltet er sein Handy in den Flugmodus.

zvg

Die Hälfte der Schweizer Jugendlichen fühlt sich unter der Woche nicht oder eher nicht erholt. Einen möglichen Grund sehen die Forscher der neuen James-Focus-Studie im Handy-Konsum. 20 Minuten hat mit zwei jungen Menschen geredet, die ihr Smartphone unterschiedlich nutzen.

«Manchmal chatte ich bis 2 Uhr morgens»

Anto Gerber, 16 Jahre alt, Bern: «Eigentlich müsste ich mein Handy um 22.30 Uhr, wenn ich ins Bett soll, ausschalten. Aber da ich um diese Zeit oft noch nicht schlafen kann, kommuniziere ich mit meinen Freunden über Whatsapp, Snapchat und Instagram. Oft tausche ich mich auch in Internet-Foren aus, recherchiere im Netz für die Schule oder surfe einfach herum. Dazu schaue ich Filmchen auf Youtube. Vor allem mag ich Vlogs. Da geben junge Leute in Videos Einblick in ihr Leben.»

«Vor dem Einschlafen werfe ich auch immer noch einen Blick auf die Push-Nachrichten von Newsportalen und schreibe Kommentare. Meist lege ich mich unter der Woche zwischen 23 und 23.30 Uhr schlafen. Am Sonntagabend wird es oft sogar 1.30 oder 2 Uhr morgens, bis ich das Handy zur Seite lege. Morgens muss ich bereits um 5.30 Uhr wieder aufstehen. Für mich ist es aber kein Problem, wenn ich zum Beispiel nur vier Stunden geschlafen habe. Nach einer kalten Dusche bin ich fit für die Schule.»

«Im Bett lese ich lieber ein Buch»

Gregor Schibig, 23 Jahre alt, Student, Zug: «Mir ist wichtig, dass ich unter der Woche 8? Stunden Schlaf habe. Damit ich gut und genug schlafe, lege ich das Handy abends möglichst früh zur Seite. Lieber als im Internet zu surfen oder noch mehr mit Freunden zu chatten, lese ich ein Buch. Doch ab und zu kommt es vor, dass ich bis kurz vor dem Schlafengehen zum Beispiel zwei Stunden auf Facebook surfe. Das wirkt sich sofort negativ auf meinen Schlaf aus, auch wenn ich das Handy spätestens um 23 Uhr weglege. Ich werde weniger schnell müde, schlafe schlechter und fühle mich am Morgen erschöpft.»

«Nicht infrage käme für mich, das Handy nachts eingeschaltet zu lassen. Stattdessen stelle ich es immer auf Flugmodus. Das mache ich, weil ich mich nicht auch noch nachts den Handy-Strahlen aussetzen will. Schaue ich auf das Handy, dann höchstens, um auf die Uhr zu sehen, wenn ich aufgewacht bin. Die Nacht ist zum Schlafen da. Dann muss ich für niemanden erreichbar sein.»

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