Wirtschaft: In der Rezession hat Betrug Konjunktur
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WirtschaftIn der Rezession hat Betrug Konjunktur

Erschreckend viele Schweizer Arbeitgeber schrecken nicht vor betrügerischen Geschäftspraktiken zurück, hält eine neue Studie von Ernst & Young fest. Die Gründe: Fusionen, Rezession und die Manager.

Die Beratungsfirma Ernst & Young hat sich in einer neuen Studie bei über 1000 Schweizer Angestellten in Grossunternehmen umgehört, wie es so um ihre Ehrlichkeit im Geschäftsleben steht. Der erschreckende Befund: 40 Prozent der Befragten würden betrügerisches Wirtschaften gutheissen. «Eine beunruhigend hohe Toleranz», stellt Ernst & Young fest.

Ein Fünftel der Schweizer finden es gemäss der Studie in Ordnung, Schmiergeld zu zahlen, um an einen Auftrag zu kommen. Bilanzen fälschen würden aber nur zwei Prozent. Der ideale Nährboden für Wirtschaftsbetrug seien Firmen, die keine klare Verantwortlichkeiten definiere und ihre Strukturen häufig ändern würden. Das sehen auch die Befragten so: 88 Prozent meinten, dass Betrug im Zusammenhang mit Firmenfusionen vor allem auf Entlassungen zurückzuführen sei.

Manager sind keine Vorbilder

Mit der Rezession werden solche Zustände in nächster Zeit wohl zunehmen. Michael Faske von Ernst & Young erwartet deshalb, dass mit der Rezession auch der Wirtschaftsbetrug ansteige. Auch 55 Prozent der Befragten erwarten, dass mit der schlechten Wirtschaftslage guten Zeiten für Wirtschaftsbetrüger anbrechen.

Die niedrige Loyalität der befragten Angestellten könnte auch damit zu tun haben, dass die Firmenspitze nicht gerade immer ein leuchtendes Vorbild für die unteren Chargen abgibt. 71% der Befragten, meint die Studie, stellen die Seriosität ihres Managements infrage. Nur 22 Prozent fanden, dass die Leitung ihres Unternehmens ein hohes Mass an persönlicher Integrität darstelle.

Immerhin steht es mit der Ehrlichkeit der Schweizer Befragten besser als mit ihren Kollegen im Ausland: Im europäischen Durchschnitt stuften laut der Studie rund die Hälfte der Befragten betrügerisches Verhalten als akzeptabel ein.

(SDA/job)

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