Mobilgeräte: In der Schweiz bleibt Apple König
Aktualisiert

MobilgeräteIn der Schweiz bleibt Apple König

Die Dominanz des iPhones ist hierzulande ungebrochen. Und dank dem iPad dominiert Apple den Markt der mobilen Computer. Ein weltweit einzigartiges Phänomen, sagt ein Branchenexperte.

von
Daniel Schurter

Die Asiaten holen auf, doch die Schweiz bleibt ein Apple-Land. So lässt sich die Entwicklung bei den tragbaren Computern zusammenfassen. Der Branchenexperte Robert Weiss hat am Freitag sein neues Weissbuch mit den Zahlen zum hiesigen IT-Markt vorgestellt. Die Untersuchung, die sich auf das Jahr 2012 bezieht, zeige erstaunliche Fakten, führte Weiss aus. So konnte der Schweizer Computermarkt nur dank der boomenden Tablet-Computer weiter wachsen. Der Absatz schoss um fast 80 Prozent oder 811'000 Geräte in die Höhe.

Das mit Abstand am meisten verkaufte Tablet ist nach wie vor Apples iPad. Zwar ist die Dominanz der Kalifornier etwas zurückgegangen, wenn man den Marktanteil betrachtet. Dieser ging von 84 Prozent auf 71 Prozent zurück. Doch bei den Stückzahlen konnte Apple im Vergleich mit der Konkurrenz nochmals zulegen. 2012 wurde gut die Hälfte mehr iPads verkauft als im Vorjahr, nämlich 583'000 Stück. Alle anderen Anbieter zusammen verkauften letztes Jahr 228'000 Tablets (2011: 72'000 Stück).

Boomende Smartphones

Der Handymarkt ist im vergangenen Jahr geschrumpft, wenn man den Absatz von herkömmlichen Mobiltelefonen und Smartphones zusammen betrachtet. Gesamthaft wurden noch knapp vier Millionen Geräte verkauft (-9,4 Prozent). Gewachsen ist hingegen der Anteil der Internet-fähigen Smartphones (+ 3,8 Prozent). Jedes zweite Gerät, das in der Schweiz über den Ladentisch ging, war dabei ein iPhone. Apple konnte seinen Marktanteil nochmals steigern, von knapp 50 Prozent auf über 52 Prozent. Gestiegen ist auch der Anteil der Android-Geräte, von gut 39 auf fast 42 Prozent.

Weiss hatte schon bei der letztjährigen Weissbuch-Präsentation auf den Tablet-Effekt reagiert. Weil der Einfluss der «Flundern» auf das Marktgeschehen immer wichtiger werde, addiert er seither die Tablet-Verkäufe zu den traditionellen PC-Verkäufen (Desktop und Notebooks) hinzu. Im Gegensatz dazu führten bekannte Marktforschungs-Unternehmen wie IDC und Gartner die Tablet-Verkäufe noch als eigenes Marktsegment. «Wohl auf Drängen der grossen PC-Hersteller in den USA», meint der Schweizer IT-Experte. Diese traditionellen Computer-Bauer hätten den Tablet-Markt auch 2012 verschlafen und der Einfluss von Windows 8 sei völlig falsch eingeschätzt worden. «Windows 8 hatte bislang nur einen verschwindend kleinen Einfluss auf die Marktverhältnisse», sagt Weiss.

Samsung wird stärker

Unter dem Begriff «Mobile Clients» fasst Weiss den Verkauf von Smartphones, Notebooks und Tablets zusammen. Dieser Markt sei 2012 um 7,5 Prozent gewachsen, der Umsatz stieg auf 3,3 Milliarden Franken an. Apples Anteil am Verkauf der Mobilgeräte – inklusive MacBooks – liegt laut Weiss bei 46,5 Prozent. Es sei somit erwiesen, dass die Schweiz das Apple-Land schlechthin sei. «Weltweit lassen sich keine vergleichbaren Anteilswerte beobachten.»

Aber auch Apples neuer Erzrivale Samsung wird hierzulande immer stärker. Die Südkoreaner haben letztes Jahr 750'000 Smartphones verkauft. Hinzu kommen 105'500 verkaufte Tablets und 29'800 Notebooks, was bei den Mobile Clients einen Marktanteil von knapp 20 Prozent ergibt.

Wenn man die Werte von Apple und Samsung zusammennehme, sei man mit einer besonderen Situation konfrontiert, sagt Weiss. Die beiden verfeindeten Anbieter deckten zwei Drittel des gesamten Schweizer Marktes ab. Bei den Smartphones seien es an die 82 Prozent, bei den Tablets sogar fast 85 Prozent.

Keine offiziellen Zahlen

Bleibt anzumerken, dass es zu den verkauften Stückzahlen keine offiziellen Angaben gibt. Die Hersteller und die Wiederverkäufer lassen sich nicht gerne in die Karten blicken. Der Weissbuch-Verfasser ist trotzdem überzeugt, dass seine Zahlen den realen Marktverhältnissen entsprechen. Seit nunmehr 24 Jahren steht er in engem Kontakt mit den Anbietern. Sein Branchenreport gilt als verlässliche Quelle, basierend auf vertraulichen Angaben und valablen Hochrechnungen.

Das Weissbuch und der IT-Markt-Report 2013 (beide kostenpflichtig) können bei der Netzmedien AG bestellt werden, per E-Mail an claudio.dionisio@netzmedien.ch.

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