Aktualisiert

EntspannungIn der Schweiz gibt es keine Kreditklemme

Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD) sieht nach wie vor keine Anzeichen einer Kreditklemme. Massnahmen des Bundes drängten sich deshalb nicht auf.

Der Kreditmarkt funktioniere sowohl für Grossbetriebe als auch für kleine und mittlere Unternehmen, hält das EVD in einem Bericht an die nationalrätliche Wirtschaftskommission fest. Das Departement räumt zwar ein, dass eine Umfrage der Schweizerischen Nationalbank auf eine leichte Verschärfung der Kreditstandards hindeute. Bisher habe sich diese - normale - konjunkturbedingte Verschärfung aber weder auf die Kreditvolumina noch auf die Zinssätze in der Schweiz ausgewirkt. Die Entwicklung der Kreditvolumina und -limiten lassen laut EVD nicht auf systematische Engpässe schliessen. Vielmehr sei seit dem Frühjahr eine Entspannung der Kreditzinskonditionen auszumachen.

«Verhältnismässig entspannte Situation»

So hätten die grössten Unternehmen in den letzten Monaten zu relativ günstigen Konditionen Zugang zum Kapitalmarkt gehabt und selbst stark exportabhängige Industrieunternehmen mit einem mässigen Rating hätten ihre Finanzierung erneuern können, heisst es. Das Volkswirtschaftsdepartement von Bundesrätin Doris Leuthard führt diese «verhältnismässig entspannte Situation» unter anderem darauf zurück, dass die Nationalbank ihre Geldpolitik stark und rasch gelockert und den Bankensektor mit ausreichend Liquidität versorgt habe. Massnahmen des Bundes hält das EVD nicht für nötig.

Der Bericht zur Kreditversorgung der Schweizer Wirtschaft wurde auf Antrag der Wirtschaftskommission des Nationalrats verfasst. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) werde die weitere Entwicklung gemeinsam mit Vertretern der Nationalbank, des Schweizerischen Gewerbeverbands, von Swissmem, Economiesuisse, der Eidgenössischen Finanzverwaltung und der Bankiervereinigung im Rahmen von regelmässigen Treffen, die seit Ende 2009 stattfinden, verfolgen. (dapd)

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