Aktualisiert 22.12.2007 10:12

In der Schweiz verurteilte Witwe in Belgien verhaftet

Unter den in Belgien freigelassenen mutmasslichen islamischen Extremisten befindet sich auch die Witwe des Selbstmordattentäters, der 2001 an der Ermordung des Führers der afghanischen Nordallianz, Achmed Schah Massoud, beteiligt gewesen war.

Die Frau war im Juni 2007 in der Schweiz verurteilt worden, weil sie zusammen mit ihrem neuen Mann vom Kanton Freiburg aus Internetforen betrieben hatte, die von islamistischen Terroristen zum Austausch von Nachrichten und für Propaganda genutzt wurden.

Über die Seiten wurden Bilder und Videos von grausamsten Exekutionen, Erniedrigungen und Folterungen verbreitet. Die 48- jährige Belgierin mit afghanischen Wurzeln kassierte 6 Monate bedingt, ihr tunesischer Mann eine sechsmonatige Gefängnisstrafe.

Die Frau und weitere 13 Personen werden verdächtigt, den Gefängnisausbruch eines El-Kaida-Mitglieds vorbereitet zu haben. Dabei handelt es sich um den 37-jährige Nizar Trabelsi. Er war zwei Tage nach den Attentaten vom 11. September verhaftet worden.

Im Juni 2004 wurde er in Belgien zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Dies weil er gemeinsam mit mehreren anderen Personen ein Attentat auf eine belgische Militärbasis geplant hatte. Dort waren amerikanische Soldaten stationiert.

Alarmstufe Rot in Belgien

Die Untersuchungen zu der mutmasslichen Befreiungsaktion würden aber trotz der Freilassung fortgeführt, sagte Lieve Pellens, Sprecherin der Bundesstaatsanwaltschaft. Das Dossier bleibe gleich wichtig wie am Freitag.

Nach der Festnahme der mutmasslichen islamischen Extremisten hatte die belgische Polizei in Brüssel am Freitag ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Es bestehe das Risiko eines Anschlags. Diese Massnahmen blieben auch nach der Freilassung in Kraft, sagte Pellens.

Die verstärkten Sicherheitsmassnahmen beziehen sich vor allem auf U-Bahn-Stationen, Bahnverbindungen, Weihnachtsmärkte, Einkaufszentren und den internationalen Flughafen. Sie sollen bis am 2. Januar gelten. (sda)

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