09.08.2019 09:26

Schweizer Gastro-Ikone

In der Silberkugel ist die Zeit stehen geblieben

Seit 1962 werden in der Silberkugel Burger gebraten. Bis heute haben Silberbeefy und Co. eine glühende Fangemeinde.

von
Lucien Esseiva
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Der Silberbeefy, der mit Kabissalat, viel Cocktail-Sauce und nach Wunsch auch mit Käse serviert wird, ist einer der Stars der Silberkugel. Der Schweizer Burger-Klassiker wurde 1967 entwickelt. Der Silberbeefy ist dermassen Kult, dass er letztes Jahr von der Brauerei Hürlimann sogar unter Schutz gestellt wurde. Hier geht's zum Video von der Preisverleihung

Der Silberbeefy, der mit Kabissalat, viel Cocktail-Sauce und nach Wunsch auch mit Käse serviert wird, ist einer der Stars der Silberkugel. Der Schweizer Burger-Klassiker wurde 1967 entwickelt. Der Silberbeefy ist dermassen Kult, dass er letztes Jahr von der Brauerei Hürlimann sogar unter Schutz gestellt wurde. Hier geht's zum Video von der Preisverleihung

Brauerei Hürlimann
Die Fastfood-Kette Silberkugel wurde 1962 von Mövenpick lanciert und avancierte schnell zu einer Schweizer Gastro-Ikone. In der Schweiz gab es total zirka zwei Dutzend Silberkugeln, davon einige auf Autobahnraststätten, wie hier auf der Raststätte Deitingen Süd, an der A1 im Kanton Solothurn, mit dem markanten Betonschalendach des Ingenieurs Heinz Isler.

Die Fastfood-Kette Silberkugel wurde 1962 von Mövenpick lanciert und avancierte schnell zu einer Schweizer Gastro-Ikone. In der Schweiz gab es total zirka zwei Dutzend Silberkugeln, davon einige auf Autobahnraststätten, wie hier auf der Raststätte Deitingen Süd, an der A1 im Kanton Solothurn, mit dem markanten Betonschalendach des Ingenieurs Heinz Isler.

Keystone/str
An der Zürcher Löwenstrasse eröffnete 1962 das erste Lokal. Doch dann musste eine Silberkugel nach der anderen schliessen. Heute gibt es in der Schweiz noch genau zwei – eine an der Stockerstrasse und eine in Oerlikon.

An der Zürcher Löwenstrasse eröffnete 1962 das erste Lokal. Doch dann musste eine Silberkugel nach der anderen schliessen. Heute gibt es in der Schweiz noch genau zwei – eine an der Stockerstrasse und eine in Oerlikon.

«Der Erfolg der Silberkugel ist, dass sie sich nicht verändert», sagt René Wehrli, Besitzer der Schweizer Kult-Burger-Kette, die seit über 57 Jahren auf frisches Fast Food setzt. Vor 23 Jahren kaufte Wehrli die letzten sechs Zürcher Silberkugel-Filialen, ein Jahr später kamen zwei weitere dazu. Mövenpick wollte sich damals von den Lokalen trennen, der Gastro-Mann suchte eine neue Herausforderung – der Deal war perfekt.

Doch Mitte der 90er-Jahre war die goldene Zeit der Silberkugel schon fast vorbei. Viele der umliegenden Firmen eröffneten Kantinen, schenkten gratis Kaffee aus, die Gäste wurden weniger. Von den einst acht Silberkugeln in der Stadt sind nur noch zwei übrig geblieben – das Lokal an der Stockerstrasse und das in Oerlikon.

Die älteste Mitarbeiterin der Silberkugel ist 88 Jahre alt

Die letzten zwei Silberkugeln haben sich tief in die Herzen der Bevölkerung eingebrannt. Mitverantwortlich dafür ist sicher der Beefy Original mit seinem unvergleichlichen Relish, der seit 1962 (14 Jahre bevor der erste McDonald's in der Schweiz eröffnete) auf der Speisekarte steht. Und der Silberbeefy (seit 1967), der im Brötchen auf Kabissalat und mit reichlich Cocktail-Sauce serviert wird.

Getragen wird die Silberkugel auch von ihren Mitarbeiterinnen. Erika Kägi arbeitet seit 47 Jahren im Unternehmen, heute mit 88 Jahren steht sie noch zweimal in der Woche am Tresen. «Der Umgang mit unseren netten Gästen hält mich jung», sagt die elegante Dame. Maria Huber (79) ist seit 37 Jahren das Aushängeschild an der Stockerstrasse und mittlerweile fast so Kult wie die Beefys selbst.

Das jüngste Projekt ist so geheim wie das Silberbeefy-Rezept

Und wie sieht die Zukunft der Silberkugel aus? «Die Mietverträge laufen noch bis 2034, wir setzen verstärkt auf Events, bei uns kann man Firmenfeste und Geburtagspartys feiern, und wir planen ein Projekt mit jungen, kreativen Machern», sagt René Wehrli. Was genau? Das sei noch geheim. Fast so geheim wie die Beefy-Rezepte.

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