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E-ZigarettenIn der Stadt Bern dampft es gewaltig

Die Berner paffen offenbar gerne E-Zigaretten: Immer mehr entsprechenden Läden eröffnen für die Dampfer-Freunde.

von
cho

Balz Maurer betonte ausdrücklich, dass er eigentlich keine Tricks könne – für 20 Minuten versuchte er es trotzdem. (cho)

In der Berner Altstadt steigt schon bald dicker, weisser Dampf empor. Die Burgdorfer Dampfqueen GmbH eröffnet am Samstag an der Kramgasse 78 ihre dritte Filiale: «Vor fünf Jahren haben wir ganz klein im eigenen Keller in Burgdorf angefangen – mittlerweile haben wir schon ein kleines Netzwerk von Filialen», sagt Geschäftsführer Mario Glitza. Seit drei Monaten bietet sein Geschäft in Thun E-Zigaretten und Zubehör an – ab Samstag wird auch die Stadt Bern von der GmbH versorgt.

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Balz Maurer und Silvio Negro (von links) erkaufen ab Samstag in der Berner Kramgasse E-Zigaretten.

Balz Maurer und Silvio Negro (von links) erkaufen ab Samstag in der Berner Kramgasse E-Zigaretten.

cho
Für die Geräte gibt es verschiedene Aromen, welche verdampfen und von dem Konsumenten inhaliert werden.

Für die Geräte gibt es verschiedene Aromen, welche verdampfen und von dem Konsumenten inhaliert werden.

cho
Es ist die dritte Filiale der Dampfqueen GmbH. Weitere stehen in Burgdorf und Thun.

Es ist die dritte Filiale der Dampfqueen GmbH. Weitere stehen in Burgdorf und Thun.

cho

Hinter dem Tresen werden Silvio Negro und Balz Maurer stehen: «Dar Kanton Bern ist ein regelrechtes Dampf-Pflaster», sagt Negro. In Thun hätten sie aus allen Gesellschaftsschichten, vom Bauarbeiter bis zum Richter, Kunden. «Wir sind gespannt, wer hier den Weg zu uns findet», so Maurer. In ihrem Laden werden die beiden eine Fülle an verschiedenen E-Zigaretten und die dazu benötigten Flüssigkeiten verkaufen. Denn: «Bei der E-Zigi raucht man nicht – man dampft», erklärt Maurer. Die Geräte verdampfen Flüssigkeiten in verschiedenen Aromen, der dicke Dampf wird dann von den Konsumenten inhaliert. Einsteigergeräte gäbe es ab 30 Franken, nach oben sei die Preisspanne offen.

Ringli und Nikotin

Solchen Tricks zeigen Profis bei Wettkämpfen

In den USA und andere Ländern ist ein regelrechter Wettkampfwahn um das Dampfen entstanden. Die Teilnehmer messen sich mit Kunststücken und formen Ringe und andere Figuren mit dem Dampf. In der Schweiz sei diese Szene noch klein und nehme gerade erst Fahrt auf, sagt Negro: «Die meisten unserer Kunden konsumieren einfach zum Geniessen – oder weil sie der Zigarette abschwören wollen.» Viele die vom Verbrennungstabak wegkommen wollen, würden zur E-Zigarette greifen. In der Schweiz sei es verboten, Nikotinzusatz für die Geräte zu verkaufen.

Dritter Laden in der Stadt

Die Dampfqueen-Filiale ist der dritte Laden in Bern, welcher sich ausschliesslich E-Zigaretten widmet. Seit April wandern auch im World of Vape in der Neuengass-Passage die Geräte über die Theke. Und Susanna Kneubühler, welche 2014 mit City-Vape an der Seilerstrasse 8 den ersten Dampfladen der Stadt Bern eröffnete, fürchtet sich nicht vor der neuen Konkurrenz: «Es hat Platz für alle drei Läden. Der Markt wird weiter wachsen.» Ihre Stammkunden würden ihr treu bleiben. Möglich wäre aber, dass neue Dampfer weniger den Weg zu ihr finden.

Auch wenn derzeit immer mehr das Geschäft mit E-Zigaretten wittern, hat der Hype laut Lungenlige 2014 seinen Höhepunkt erreicht: «Der Probierkonsum hat sich mittlerweile bei 14 Prozent eingependelt», sagt Claudia Künzli von der Tabakprävention. Die Geräte dürften nicht verharmlost werden: «Von gesund kann man beim Konsum von E-Zigaretten nicht sprechen. Sie enthalten krebserregende Aromastoffe, die beim Dampfen eingeatmet werden.» Diese würden sonst in Lebensmitteln eingesetzt und über den Verdauungstrakt aufgenommen, was harmlos sei. Sie stünden beim Inhalieren jedoch im Verdacht, krebserregend zu wirken.

«Dennoch sind E-Zigaretten nach dem heutigen Wissensstand weniger schädlich als normale Zigaretten», so Künzli.

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