Aktualisiert 09.03.2017 16:45

Verkehrssicherheit

In der Stadt Bern gibts bald 100 Tempo-20-Zonen

Bern verfügt schon bald über 100 Begegnungszonen – mehr als jede andere Schweizer Stadt. Nicht alle sind erfreut.

von
sul
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Hier eine der Berner Begegnungszonen am Eschenweg im Länggassquartier.

Hier eine der Berner Begegnungszonen am Eschenweg im Länggassquartier.

20 Minuten/stm
Auch am Wachtelweg gibt es eine Begegnungszone.

Auch am Wachtelweg gibt es eine Begegnungszone.

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In den Begegnungszonen herrscht Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde.

In den Begegnungszonen herrscht Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde.

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Die Berner Stadtkarte ist schon jetzt voll mit ruhigen Strässchen – und es werden noch mehr: Die Stadtregierung hat beschlossen, möglichst bis im Herbst zehn neue Begegnungszonen zu schaffen. Dafür wurde ein Kredit von 195'000 Fr. gesprochen. Die Stadt verfügt so bald über 100 dieser Zonen mit Höchstgeschwindigkeit 20 und Vortritt für Fussgänger. «Das sind mehr als in jeder anderen Schweizer Stadt», verkündet der Berner Gemeinderat.

Die Bewohner der betreffenden Quartiere haben die Schaffung dieser Begegnungszonen selbst gewünscht. In der Stadt Bern können die Bürger nämlich ihre Quartierstrassen selber in solche Tempo-20-Zonen umwandeln lassen – dazu müssen sie lediglich einen Antrag bei der Stadt stellen. Steht die Mehrheit der Anwohner hinter der Idee, kann das Projekt realisiert werden.

Die Strassenzüge werden dann mit einfachen Signalen und Markierungen, beispielsweise den bekannten grünen Fussabdrücken, in Begegnungszonen umgewandelt. Das sei kostengünstig und erlaube der Stadt eine rasche und unkomplizierte Umsetzung, schreibt der Gemeinderat.

Grosse Nachfrage der Berner

Das Interesse der Berner an ruhigen Strässchen zum Spielen und draussen sein wächst stetig. «Begegnungszonen sind ein Erfolgsrezept, um eine hohe Lebensqualität sicherzustellen», sagt Karl Vogel, Leiter der Verkehrsplanung. Auch andere Städte haben bereits bei der Bundesstadt Inputs geholt – und abgekupfert.

«Durch solche ruhigen Strassen wird die Stadt Bern auch für Familien attraktiver», sagt Verkehrsdirektorin Ursula Wyss. Dass durch die Verkehrsberuhigung in Wohnquartieren auch die dortigen Mieten steigen können, weiss sie. «Doch dieses Problem müssen wir anderweitig lösen – und nicht durch verkehrstechnische Massnahmen.»

TCS ist wachsam

Beim TCS will man das Ganze genau beobachten, allerdings nicht wegen allfällig steigender Mietpreise. «Wenn etwa verkehrsorientierte Strassen zu solchen ruhigen Quartiersträsschen umgewandelt werden, intervenieren wir», sagt Sibylle Plüss vom TCS. Man werde nun sämtliche Pläne genaustens durchleuchten. «Sind wir mit einer Umplanung nicht einverstanden, werden wir Einsprache erheben», so Plüss. Am richtigen Ort und in korrekter Ausführung werde man die Tempo-30-Zonen und Begegnungszonen aber dulden. Wichtig sei, dass das Basisnetz des motorisierten Individualverkehrs, das auch dem öffentlichen Busverkehr dient, genügend Kapazitäten aufweise. «Verkehrsorientierte Durchgangsstrassen kommen deshalb für uns als solche Zonen nicht in Frage.»

Sollten keine Einsprachen eingehen, können die Begegnungszonen voraussichtlich bis im Herbst 2017 realisiert werden. Verkehrsplaner Vogel erwartet jedoch keine Rekurse. «In den letzten zweieinhalb Jahren hatten wir lediglich eine einzige Einsprache.»

Die neuen Zonen sind geplant für die Strassenabschnitte Burgernzielweg-Burgenzielrain, Dapplesweg, Finkenhubelweg, Fischermättelistrasse-Forsthausweg, Jennerweg, Rohrweg-Rickenweg, Stapfenstrasse-Brünnenstrasse, Sulgenauweg, Wylerfeldstrasse-Wylerringstrasse und Löchliweg.

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