Geranien: In der Stadt out und trotzdem der Renner
Aktualisiert

GeranienIn der Stadt out und trotzdem der Renner

In urbanen Gebieten sterben die Geranien aus. Dank der Landbevölkerung schwören die Händler trotzdem auf die Traditionsblumen – mit gutem Grund.

von
Elisabeth Rizzi
Geranien sind vor allem in ländlichen Gebieten nach wie vor sehr beliebt.

Geranien sind vor allem in ländlichen Gebieten nach wie vor sehr beliebt.

In Trendquartieren und Neubausiedlungen sind Geranien fast gänzlich verschwunden. Buchsbäume und Hortensien in wuchtigen Kübeln dominieren das Stadtbild. «Es ist schon so, dass Geranien an modernen Neubauten eher deplatziert wirken können», sagt ein Mitarbeiter eines Luxus-Gartenbauunternehmens. Migros-Sprecherin Nathalie Eggen beobachtet dagegen: «Die Geranie wird von der älteren Kundschaft bevorzugt. Ein Gefälle ist auch zwischen ländlicher und städtischer Bevölkerung sichtbar.»

Deshalb belegen die Geranien beim Grossverteiler noch immer Rang eins bei den Sommerverkäufen von Beet- und Balkonpflanzen. Auch die Zürcher Blumenbörse erzielt zurzeit den grössten Umsatz mit Geranien. Gleich klingt es bei Coop. In der Hauptverkaufszeit bezieht der Basler Detailhändler sogar Geranien aus Holland und Deutschland. Denn die inländische Produktion reicht nicht aus. Die hiesigen Blumenproduzenten haben nämlich alle Hände voll zu tun.

Gärtnereibetreiber Günther Kipper: «Gesamthaft sind Geranien der zweit- oder drittwichtigste Pfeiler für uns.» Sein Betrieb produziert jährlich 100 000 Geranien. Bei Martin Jost von Jost-Pflanzen sind Geranien sogar der wichtigste Artikel bei den Beet- und Balkonpflanzen. Selbst der Mitarbeiter der Luxusgärtnerei glaubt: «Geranien haben einen traditionellen Hintergrund und werden trendige Erscheinungen überleben.»

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