In der SVP brodelts: Angriff auf Regierungsrätin Zölch
Aktualisiert

In der SVP brodelts: Angriff auf Regierungsrätin Zölch

Aufhören oder zumindest das Departement wechseln: Regierungsrätin Elisabeth Zölch wird aus den eigenen Reihen schwer angeschossen.

Als SVP-Grossrat Matthias Kurt die Antworten der Regierung auf seine Fragen zum Debakel des Ski- und Boarder-Paradieses Glacier 3000 bei Gstaad las, wurde er wütend: «Statt Fehler aufzudecken, wird verwässert. Ich habe Ehrlichkeit erwartet.» Glacier 3000 ist konkurs, Millionen von Franken weg (20 Minuten berichtete). Kurt ist überzeugt: «Selbst wenn neue Investoren einsteigen – langfristig ist der Glacier eine Geldvernichtungsanlage.»

Technische Experten seien ausgewechselt worden, bis der richtige da war, der sagte, was man hören wollte, kritisiert Kurt. «Das Hauptproblem war, dass zu viele öffentliche Gelder zur Verfügung standen. Weder die Wirtschaft noch die Politik kann damit umgehen. Es wurde gewurstelt. Und der Schlendrian geht bei anderen Projekten locker weiter.»

Das Glacier-Debakel lief unter Kurts Parteikollegin Elisabeth Zölch, der Berner Volkswirtschaftsdirektorin. Für Kurt ist ein Jahr vor den Wahlen bereits klar: «Gelebte Demokratien brauchen Wechsel. Wir müssen auch klären, ob anstelle von Zölch frische Führungspersönlichkeiten portiert werden müssen.»

In der SVP sorgte Kurts Vorstoss gestern bereits für Aufregung.

Philipp Probst

Zölch weist die Kritik zurück

Die persönliche Kritik ihres Parteikollegen wollte Elisabeth Zölch gegenüber 20 Minuten nicht kommentieren.

Zum Glacier-3000-Debakel sagt sie: «Ich habe das Projekt persönlich begleitet. Wir gingen ein gewisses Risiko ein, waren aber sehr vorsichtig und sind dadurch im Gegensatz zu anderen Geldgebern wie dem Kanton Waadt und die Gemeinden besser abgesichert. Wir waren auch nie in der unternehmerischen Verantwortung.»

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