Tschernobyl : In der Todeszone tobt wieder das Leben
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Tschernobyl In der Todeszone tobt wieder das Leben

Die Reaktorkatastrophe von 1986 beendete einst alles Leben in der Gegend um Tschernobyl. Nun ist es in grosser Vielfalt zurück.

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Menschen sind in der Gegend um Tschernobyl kaum zugegen, dafür aber jede Menge Wildtiere.

Menschen sind in der Gegend um Tschernobyl kaum zugegen, dafür aber jede Menge Wildtiere.

Valeriy Yurko/ Polesie State Radioecological Reserve
Neben Wildschweinen sind 30 Jahre nach dem GAU auch Elche (im Bild), Hirsche und Rehe in der Schutzzone anzutreffen.

Neben Wildschweinen sind 30 Jahre nach dem GAU auch Elche (im Bild), Hirsche und Rehe in der Schutzzone anzutreffen.

Valeriy Yurko/Polesie State Radioecological Reserve
Auch eine Herde Przewalski-Pferde sticht ins Auge. Sie sind Nachkommen einer Handvoll Pferde, die 1990 im Rahmen eines Experiments in das Sperrgebiet gebracht wurden. Inzwischen streifen rund 100 von ihnen über die einstigen Felder.

Auch eine Herde Przewalski-Pferde sticht ins Auge. Sie sind Nachkommen einer Handvoll Pferde, die 1990 im Rahmen eines Experiments in das Sperrgebiet gebracht wurden. Inzwischen streifen rund 100 von ihnen über die einstigen Felder.

Screenshot Youtube

Gut 30 Jahre nach dem GAU von 1986 gleicht das Gebiet um das havarierte Atomkraftwerk einem wahren Wildtierparadies. 2015 hatten Forscher vom Staatlichen Radioökologischen Reservat Polesie im weissrussischen Gomel im Fachjournal «Current Biology» bereits von der Rückkehr von Elchen, Hirschen, Rehen, Wildschweinen und Wölfen berichtet.

Doch diese Arten sind nicht die einzigen, die – nachdem ihre Bestände direkt nach dem GAU eingebrochen waren – wieder zurück ins noch immer strahlende Sperrgebiet gekommen sind. Das geht aus einer im Fachjournal «Food Webs» publizierten Studie hervor.

15 Neuzugänge dokumentiert

Das Team um Peter E. Schlichting von den Universitäten von Georgia und Arizona hatte für die Untersuchung zunächst Fischköder entlang des Prypjat-Flusses und alter landwirtschaftlicher Bewässerungskanäle ausgelegt – um Aasfresser anlocken.

Der Plan der Wissenschaftler ging auf. So fanden sich nach kurzer Zeit zehn Säugetierarten und fünf Vogelspezies bei den Fischkadavern wieder. Darunter «zum ersten Mal Seeadler, amerikanische Nerze und Flussotter», so Schlichtings Kollege James Beasley in einer Mitteilung der Hochschule.

98 Prozent der Fische, die das Team als Köder ausgelegt hatte, wurden gefressen. Für die Forscher ein Zeichen einer reichen Vielfalt an Aasfressern und in der Folge eines florierenden Ökosystems.

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