In der Zelle: Häftling braute Bier und stellte Käse her
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In der Zelle: Häftling braute Bier und stellte Käse her

Trotz Alkoholverbots war ein russischer Häftling im Gefängnis Altstätten öfter mal auffallend fröhlich. Kein Wunder: Er hatte in seiner Zelle wochenlang Bier gebraut.

Der russische Häftling fiel der Anstaltsleitung auf, weil er und seine Zellengenossen öfters auffallend gute Laune hatten. «Da wir nicht davon ausgingen, dass Alkohol von aussen hereingeschmuggelt wurde, wandten wir uns ans Kantonale Labor, um die Angelegenheit zu klären», bestätigt Anstaltsleiter Norbert Städler einen Bericht im jüngsten Info-Magazin des Kantonalen Amts für Lebensmittelkontrolle.

Als die Zelle des russischen Gefangenen untersucht wurde, bot sich ein eindrückliches Bild: «Wir fanden einen Wasserkocher, in dem der Mann mit Brot, Wasser und Zucker eine Art Bier braute», sagt Hans Rudolf Hunziker, Kantonschemiker. Die Zutaten dafür bezog er am Gefängniskiosk. Doch nicht genug: Der findige Russe betrieb ausserdem eine kleine Käserei unter seinem Bett. Mit primitivsten Mitteln setzte er mit Joghurt als Rohstoff Frischkäsekulturen an.

Laut Anstaltsleiter Städler sind russische Gefangene für ihre Improvisationskünste bekannt: «Im Grunde ist der Mann für seine Fähigkeiten zu bewundern», sagt er. Der Bierbrauer hat seine Strafe mittlerweile abgesessen.

Tobias Bolzern

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