Aktualisiert 09.12.2008 16:27

DetailhandelIn Deutschland entsteht ein neuer Discount-Riese

In Deutschland entsteht zum Jahreswechsel ein neuer Discountriese. Das Bundeskartellamt gab am Dienstag Edeka endgültig grünes Licht für die Übernahme des Konkurrenten Plus.

Das Bundeskartellamt gab am Dienstag Edeka endgültig grünes Licht für die Übernahme des Konkurrenten Plus. Damit kann Deutschlands grösster Lebensmittelhändler die bislang eher schwache Marktposition seiner Billigtochter Netto deutlich ausbauen und rückt im Discount-Segment näher an die Marktführer Aldi und Lidl heran.

Edeka übernimmt mehr als 2300 Plus-Filialen. Der grösste Teil davon davon soll bis Mitte 2010 auf das Netto-Konzept umgestellt werden. Netto steigt damit zur unangefochtenen Nummer drei unter Deutschlands Discountern auf - mit rund 3800 Filialen und einem Gesamtumsatz von rund 10 Milliarden Euro. 750 Plus-Filialen vornehmlich in Innenstädten sollen aber unter dem Namen Plus weitergeführt werden.

«Die Hängepartie hat ein Ende»

Nach den Plänen der Unternehmen hätte der Zusammenschluss eigentlich schon vor acht Monaten stattfinden sollen. Doch hatte das Kartellamt seine Zustimmung davon abhängig gemacht, dass insgesamt 357 Plus-Filialen in Regionen mit einem besonders hohen Edeka-Marktanteil an andere Wettbewerber verkauft würden. Ausserdem mussten Edeka und der bisherige Plus-Eigentümer Tengelmann auf eine geplante Einkaufskooperation verzichten, um die Verstärkung der Marktmacht von Edeka zu begrenzen.

Diese Bedingungen seien nun erfüllt, erklärte das Kartellamt am Dienstag und gab den Zusammenschluss endgültig frei. Edeka zeigte sich erfreut über die Entscheidung: «Die Hängepartie hat ein Ende», sagte Edeka-Vorstandssprecher Markus Mosa in Hamburg. Nun will Edeka pro Woche zwischen 30 und 50 Plus-Filialen auf das erfolgreichere Netto-Konzept umstellen. Darüber hinaus will die Edeka-Tochter rund 170 neue Netto-Märkte pro Jahr eröffnen und damit den Marktführern Aldi und Lidl Konkurrenz machen. «Wir sehen noch viele weisse Flecken auf der Landkarte», sagte Mosa.

37 Filialen werden geschlossen

Tengelmann betonte, man habe die Auflagen des Kartellamtes sogar mehr als erfüllt. Insgesamt habe Plus 328 Filialen an Rewe abgegeben, sechs an die baden-württembergische Handelskette Okle und eine Filiale an Lidl. Ingesamt 37 Standorte müssen geschlossen werden, meist bereits Ende Dezember, da sich kein Erwerber fand. (dapd)

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