24-jähriger Schweizer: In Deutschland füllt Faber schon ganze Hallen
Publiziert

24-jähriger SchweizerIn Deutschland füllt Faber schon ganze Hallen

Mit unbändigem Live-Fleiss und hochdeutschen Songs fesselt der Zürcher Musiker Faber immer mehr Menschen. Seine Konzerte sind regelmässig ausverkauft – auch in Deutschland.

von
Martin Fischer

So geht es bei den Konzerten von Faber ab. (Video: zvg)

Das Heimspiel in der Amboss Rampe in Zürich vom kommenden Donnerstag ist längst ausverkauft. Auch das Konzert letzte Woche in Luzern: ausverkauft. Wo Faber, 24-jähriger Italo-Schweizer, gesegnet mit einer herausragenden Rauhbein-Stimme, auftritt, stehen die Menschen Schlange.

In Deutschland ist der Rummel um Julian Pollina, wie Faber bürgerlich heisst (sein Vater ist Liedermacher Pippo Pollina), noch grösser: Im Januar mussten seine Konzerte in Berlin, Köln und Hamburg mehrfach in grössere Hallen verlegt werden.

1600 Zuschauer in Berlin

Das Berliner Columbia Theater war zwei Abende hintereinander ausverkauft. Über 1600 Menschen wollten Faber in der deutschen Hauptstadt sehen – und zu seinen Songs, die traurig und karg, aber auch eingängig und ungestüm daherkommen können, mitsingen und tanzen. «Das war krass», sagt der Sänger selbst dazu.

Für einen Schweizer Musiker hat Faber damit schon mehr erreicht als so mancher, der vor ihm versucht hat, in Deutschland Fuss zu fassen. Und das im Land mit dem drittgrössten Musikmarkt weltweit. Doch wie ist er so weit gekommen? 20 Minuten hat mit Faber über seine ersten Erfolge, hohe Erwartungen und Ehrgeiz gesprochen.

Das Faber-Erfolgsgeheimnis, vom Musiker selbst erklärt:

Gigs, Gigs, Gigs«Im letzten Jahr haben wir fast 150 Konzerte gespielt. Alles, was wir konnten – egal wo, egal um welche Uhrzeit. Manchmal waren da vielleicht 15 Leute im Publikum. Aber wir haben es geschafft, dass diese 15 das nächste Mal wieder kommen – und ihre Freunde mitnehmen. So hat sich das gesteigert.»

Faber liebt die grossen Auftritte: «Ich habe überhaupt kein Problem damit, vor vielen Leuten aufzutreten. Wir spielen Konzerte von bis zu zwei Stunden – gewisse Veranstalter haben auch schon gemeint, wir machen Witze.»

1 / 12
Faber im Element: Der Zürcher spielt, wo er kann.

Faber im Element: Der Zürcher spielt, wo er kann.

zvg
Der Sänger tritt in verschiedenen Formationen auf: Vom Duo bis zur vollen Band inklusive Bläser – das macht ihn bezüglich Auftrittsmöglichkeiten flexibel.

Der Sänger tritt in verschiedenen Formationen auf: Vom Duo bis zur vollen Band inklusive Bläser – das macht ihn bezüglich Auftrittsmöglichkeiten flexibel.

zvg
Gegen 150 Shows habe er im vergangenen Jahr gespielt, sagt er zu 20 Minuten. Immer häufiger sind seine Konzerte ausverkauft, sowohl in der Schweiz wie auch in Deutschland.

Gegen 150 Shows habe er im vergangenen Jahr gespielt, sagt er zu 20 Minuten. Immer häufiger sind seine Konzerte ausverkauft, sowohl in der Schweiz wie auch in Deutschland.

zvg

Seine grösste Stärke: «Ich kann den Menschen Dinge gut schmackhaft machen. Unromantisch formuliert: Ich glaube, ich bin ein guter Verkäufer.»

Er begann als Party-Musiker: «Nach der Matura habe ich oft an Geburtstagen und Hochzeiten gespielt – vor allem italienische Liebeslieder. Ich konnte innert kürzester Zeit davon leben, spielte zwei, drei Shows pro Woche. Andere gingen damals Babysitten oder machten Catering-Jobs, ich sang Italo-Songs auf Partys.»

Wie er mit Druck umgeht: «Chartsplatzierungen sind nichts, was ich anstrebe, das hat für mich keinen grossen Reiz. Es ist viel Müll in den Charts. Wer mehr verkauft, ist nicht automatisch besser. Faber darf wachsen, mit jedem Konzert, mit jedem Song. Ich muss keine Hits haben.»

Wie unterschiedlich er Auftritte in Deutschland und der Schweiz erlebt: «Generell sind die Schweizer zurückhaltender: Es braucht immer ein bisschen mehr Arbeit, bis alle mitsingen oder tanzen. Nach den Konzerten werde ich in der Schweiz auch nicht nach Fotos gefragt, in Deutschland schon.»

Sein Zuhause bleibt die Schweiz: «Ich würde zurzeit nirgends anders wohnen wollen als in Zürich. Leider muss ich mit meinen WG-Freunden oft umziehen. Unser Budget ist beschränkt. Deshalb werden wir immer wieder verscheucht, sobald ein Umbau ansteht. Wir ziehen mindestens einmal im Jahr um.»

Fabers erfolgreichster Song auf Youtube ist «Alles Gute».

Hier performt er «Züri» live.

Deine Meinung