Umstrittene Igelcafés: In diesem japanischen Café kannst du mit Igeln kuscheln

Das Igel-Café Harry in Japan lässt dich Igel auf den Arm nehmen und fotografieren, während du etwas trinkst. 

Das Igel-Café Harry in Japan lässt dich Igel auf den Arm nehmen und fotografieren, während du etwas trinkst. 

Getty Images/iStockphoto
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Umstrittener TrendIn diesem japanischen Café kannst du mit Igeln kuscheln

Cafés mit Katzen, Welpen, Frettchen und Eulen sind in Japan ganz normal. Auch dem Igel wurde mit dem Café Harry eines gewidmet. Aber ist der Trend am Ende eher Tierquälerei?

von
Luise Faupel

Igel sind die neuen Stars auf Social-Media-Plattformen. Sehen wir sie nach einem Rascheln im Gebüsch mal live, erfolgt das üblicherweise nur sehr kurz. Das japanische Café Harry setzt hier an: Du kannst Igel ausführlich betrachten, sogar in die Arme schliessen, kuscheln und fotografieren und dabei etwas trinken. 

So viel kostet das Igel-Geschmuse

Cafés mit Tieren zum Streicheln sind grundsätzlich nichts Neues. In den vergangenen Jahren waren es vor allem Katzen-Cafés, die Entzückung bei Gästen hervorriefen. Das Harry-Lokal, das auf Igel setzt, befindet sich im Distrikt Roppongi in Tokio, der für Entertainment-Angebote bekannt ist.

Die Igel liegen im Café Harry in einer Art Wiege und können mit Handschuhen hinausgehoben werden. 

Die Igel liegen im Café Harry in einer Art Wiege und können mit Handschuhen hinausgehoben werden. 

Instagram / amandarine17

20 bis 30 kleine Igel unterschiedlicher Rassen warten im Café Harry in wiegenartigen Behältern auf deinen Besuch. Am Eingang erhalten Gäste Igelfutter und ein Freigetränk für sich selbst am Automaten. Beim Schlürfen dieses Getränks mit den Igeln zu kuscheln, kostet umgerechnet acht Franken, am Wochenende zehn Franken.

Aber Moment … Sind Igel nicht viel zu pieksig?

Kleiner schlafender Igel im Café Harry.

Kleiner schlafender Igel im Café Harry.

Instagram / jessvaswick

Der Name Harry ist tatsächlich ein Wortspiel mit dem japanischen Wort für Nadel. Betrachtet man die Fotos von Instagram, scheinen die kleinen Igel aber recht anschmiegsam. Oder haben sie gar keine andere Wahl, in den für sie so grossen von Handschuhen geschützten Händen?

Wie finden die Igel das Schmusen?

Scrollt man durch Instagram oder andere Social-Media-Plattformen, sieht man etliche Fotos und Videos von Igeln in Innenräumen. Das kann mit daran liegen, dass Igel in Japan als Haustiere gehalten werden. Etwas ungewöhnlich vielleicht, wenn man bedenkt, dass Igel in dieser Region nicht mal heimisch sind.

Das Halten eines Igels zu Hause ist das eine. Das Problem an Igel-Cafés sehen Tierschützende vor allem darin, dass die eher menschenscheuen Tiere Rückzugsmöglichkeiten benötigen, die sie dort nicht bekommen – im Gegenteil. Das kann für die Igel grossen Stress bedeuten. 

Ursprung von Tier-Cafés

Befürwortende sehen das nicht so eng: Im Igel-Café würden die Igel regelmässig Nahrung und medizinische Versorgung erhalten und leben dadurch sogar geschützter, als wenn Menschen, denen sie als Haustiere verleidet sind, sie einfach aussetzen. 

Würdest du ein Igel-Café besuchen?

So erkennst du ein tierfreundliches Tier-Café

Um ein tierfreundliches Café zu identifizieren, kannst du ein paar Dinge beachten. Die Igel, Katzen oder sonstigen Tiere benötigen einen Rückzugsort – zum Beispiel kleine Höhlen, wie unten im Karussell-Post gezeigt. Achte auch darauf, ob das Tier den Kontakt zu dir sucht oder sich eher abwendet.

Die Igel oder anderen Tiere sollten zudem gesund und gepflegt sein und dabei nicht ängstlich auf dich wirken, schreibt etwa die Tierrechtsorganisation Peta. Zuletzt kannst du dich bei den Betreibenden des Igel-Cafés darüber informieren, woher die Igel in dem Café stammen.

Im besten Fall kommen sie aus dem Tierschutz oder wurden aus Tierheimen oder von vorherigen Besitzern adoptiert und stammen nicht aus Zuchten.

Warst du schon mal in einem Tier-Café?

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