Aktualisiert 09.04.2017 16:39

Basel unverpacktIn diesem Laden kauft man ganz ohne Plastik ein

Am Erasmusplatz eröffnete am Samstag Basel unverpackt: Im Laden sind alle Produkte aus der Schweiz, biologisch – und eben nur offen erhältlich.

von
rob
1 / 3
Das Geschäft «Basel unverpackt» am Erasmusplatz bietet Lebensmittel pur – also ohne Plastik, Papier oder Karton drumherum.

Das Geschäft «Basel unverpackt» am Erasmusplatz bietet Lebensmittel pur – also ohne Plastik, Papier oder Karton drumherum.

Ronny Jäger
Chris Mani und Nathalie Reinau (l.) sind zwei der sieben Köpfe hinter dem Konzept. Unverpackt-Läden sind international schon seit Jahren ein Thema. In der Schweiz fasste die Idee in verschiedensten Städten Fuss. Seit dem 8. April ist dies mit Basel unverpackt auch am Rheinknie der Fall.

Chris Mani und Nathalie Reinau (l.) sind zwei der sieben Köpfe hinter dem Konzept. Unverpackt-Läden sind international schon seit Jahren ein Thema. In der Schweiz fasste die Idee in verschiedensten Städten Fuss. Seit dem 8. April ist dies mit Basel unverpackt auch am Rheinknie der Fall.

Ronny Jäger
Das Sortiment besteht zu gut zwei Dritteln aus Lebensmitteln, mehrheitlich Trockenware. Doch auch Kosmetika und natürlich wiederverwertbare Behälter füllen die hölzernen Regale. Im Mai wird mit der Abfüllerei Basel im Gundeli bereits das zweite Geschäft dieser Art in Basel eröffnen.

Das Sortiment besteht zu gut zwei Dritteln aus Lebensmitteln, mehrheitlich Trockenware. Doch auch Kosmetika und natürlich wiederverwertbare Behälter füllen die hölzernen Regale. Im Mai wird mit der Abfüllerei Basel im Gundeli bereits das zweite Geschäft dieser Art in Basel eröffnen.

Ronny Jäger

«In Zürich und Winterthur sind gerade ähnliche Geschäfte aufgegangen. Und auch von Bern und der Romandie habe ich kürzlich gelesen», erzählt Chris Mani. Er ist einer von sieben Gründern von Basel unverpackt – ein Name, der für sich selbst spricht. Im kleinen Geschäft am Erasmusplatz, das den Hauptfokus auf Lebensmittel legt, kriegt der Kunde nur das, was er will: das Produkt, ohne den Plastik, Karton oder das Papier drumherum.

Internationaler Trend nun auch in Basel

In den USA besteht der Trend des nachhaltigen Einkaufens der nächsten Stufe schon seit einigen Jahren. Grundgedanke dahinter ist die Wiederverwertbarkeit: Anstatt sich immer wieder mit neuen Plastiksäckchen einzudecken, bringt man seine Behälter selbst mit und füllt sie mit dem, was man braucht. 2017 hat die Idee auch in der Schweiz Fuss gefasst.

«In Basel haben wir im Moment noch Pionier-Charakter», sagt Mani. Er und das restliche Team haben anstrengende Tage hinter sich, denn am 8. April war Eröffnung. «Wir haben den ganzen Tag lang verkauft. Es ist wirklich sehr gut gelaufen», resümiert er am Sonntag. Lebensmittel, vor allem Trockenware, machen gut zwei Drittel des Sortiments aus. Doch auch Artikel wie Kosmetika und wiederverwertbare Behälter finden sich im Laden. Grundsätzlich sei alles biologische und möglichst in der Schweiz produzierte Ware.

Finanziert wird über Darlehen

Gestartet wurde das Projekt vor zwei Jahren. Nathalie Reinau, die unter anderem Umweltwissenschaften studierte, hatte die zündende Idee. Nach und nach lernten sich die sieben Köpfe von Basel unverpackt kennen – das Spektrum reicht von der Beratungsingenieurin bis hin zur Detailhandelsspezialistin. Daraufhin gründeten sie eine Genossenschaft und fanden im Februar 2017 schliesslich die Liegenschaft am Erasmusplatz. Auch konnten vor Ladeneröffnung bestehende Netzwerke aus lokalen Lieferanten ins Konzept integriert werden.

Doch der Weg vom Konzept zum Laden kostet Geld. Mani: «Die Finanzierung läuft hauptsächlich über Darlehen und zum Teil auch über Spenden». Zur Zeit arbeiten alle ehrenamtlich zwischen 10 und 20 Prozent im Geschäft. «Längerfristig ist es aber schon der Plan, Löhne auszuzahlen», sagt der 30-Jährige, der zur Zeit eine Ausbildung zum Gymnasiumlehrer durchläuft.

Konkurrenz folgt schon bald

Vor einigen Tagen hat das Team auch eine Crowdfunding-Aktion gestartet, um die Kosten für die Einrichtung wieder reinzuholen. «Wir sind zuversichtlich», so Mani. Generell sei die Resonanz der Kundschaft durchweg positiv ausgefallen, und auch der Zuspruch auf Plattformen wie Facebook sei gross. «Die Idee ist es, das Interessierte zu Genossenschaftern werden und so bei der weiteren Gestaltung mitreden können.»

Dass im Mai im Gundeli mit der Abfüllerei Basel ein Geschäft mit gleichem Konzept eröffnet ist für Mani nicht weiter tragisch: «Es ist nun mal ein Trend, mit dem muss man leben. Ausserdem gibt es in Basel genug Platz für zwei Unverpackt-Läden». Ob auch grössere Geschäfte in Zukunft vermehrt auf die Verpackung verzichten, bleibe abzuwarten.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.