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Wasser predigen ...In diesem Luxus lebt der Protz-Bischof

Goldene Türfallen, ein Säulengang, automatische Fensterläden: Der Skandal-Bischof schwelgt im Luxus und verschweigt die horrenden Kosten. Zu spüren kriegt das jetzt die Caritas.

von
hal

«Ich brauche keinen pompösen Lebensstil.» Die Worte des umstrittenen Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst tönen wie Hohn. 31 Millionen Euro kostet der Bau seines Bischofssitzes im hessischen Limburg – für Messen und Seelsorger hatte die Gemeinde deshalb kein Geld mehr.

Für die Gläubigen ist dies zu viel: Sie umzingelten am Sonntag die Bischofsresidenz, bildeten eine Menschenkette und forderten einen Neuanfang. «Er hat sein Amt auf Lügen aufgebaut, das muss ein Ende haben», so ein Teilnehmer.

Gelogen hat der Skandal-Bischof laut dem Architekten des Prunkbaus schon 2010. Damals teilte er an einer Pressekonferenz mit, der Bau würde lediglich 5,5 Millionen Euro kosten – obwohl er wusste, «dass die Baukosten tatsächlich bei 31 Millionen Euro liegen», so Chefplaner Michael Frielinghaus in der «Süddeutschen Zeitung» vom Montag.

Der Bischof habe die Öffentlichkeit offenbar bewusst getäuscht. «Es gab keine Kostenexplosion. Der Bau verlief planmässig, es gab kaum Überraschungen», so der Architekt. Neuesten Presseberichten zufolge könnte die Residenz wegen Folgekosten am Ende sogar auf 40 Millionen Euro zu stehen kommen.

Kunst, Gold und Spezialfenster

Dass der Bau so teuer wurde, erstaunt ob der diversen Sonderwünsche des Bischofs nicht: Gemäss Medienberichten soll er unter anderem eine frei stehende Badewanne von Star-Designer Philippe Starck für 17'000 Euro sowie Kunstwerke für 450'000 Euro gewünscht haben. Für Schreinerarbeiten und neue Einbauschränke gab er 350'000 Euro aus.

Allein die Wohnung von Tebartz-van Elst kostete so 2,9 Millionen Euro – goldene Türfallen inklusive. Einen weiteren Teil des Geldes schmiss der Bischof im wahrsten Sinn des Wortes zum Fenster raus. In seiner Privatkapelle lassen sich die Fenster laut dem Architekten automatisch abdunkeln. Kostenpunkt: 100'000 Euro.

Weniger Spenden wegen Skandal

Weiter hat der Garten der Residenz 783'000 Euro verschlungen, wie die «Bild-Zeitung» schreibt. Die weissen Säulen im Innenhof sollen weitere 2,3 Millionen Euro gekostet haben. Und damit ein Adventskranz aus Eisen an die Decke gehängt werden konnte, musste das Dach der Kapelle für 100'000 Euro aufgerissen und umgebaut werden.

Der Skandal schadet nicht nur der katholischen Kirche, sondern auch der Hilfsorganisation Caritas. Wie der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, im Deutschlandfunk sagte, sind die Spenden wegen des Skandals bereits zurückgegangen.

Rücktritt hängt vom Papst ab

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, trifft sich ab heute mit Papst Franziskus im Vatikan. Thema wird auch die Zukunft von Tebartz-van Elst sein. Bereits gestern ist der Bischof selbst in Rom eingetroffen - er flog mit der Billig-Airline Ryanair.

An einen Rücktritt von sich aus denkt Franz-Peter Tebartz-van Elst offensichtlich nicht. Es sei für den Bischof selbstverständlich, «dass die Entscheidung über seinen bischöflichen Dienst in Limburg in den Händen des Heiligen Vaters liegt», erklärte das Bistum.

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