Aktualisiert 17.06.2019 12:48

TierquälerIn diesem Papiersack wurde Vaiana ausgesetzt

Ein Meerschweinchen wurde ausgesetzt. Tierschutz-Mitarbeiter gehen davon aus, dass sein Kumpane gestorben ist und der Besitzer kein neues kaufen wollte. Das wäre auch nicht nötig gewesen.

von
jes
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Laut einer Medienmitteilung des TBB wurde das Meerschweinchen zwischen acht Uhr abends (6. Juni) und sieben Uhr morgens (7. Juni) ausgesetzt.

Laut einer Medienmitteilung des TBB wurde das Meerschweinchen zwischen acht Uhr abends (6. Juni) und sieben Uhr morgens (7. Juni) ausgesetzt.

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Auf den ersten Blick wirkte die Papiertüte unverdächtig.

Auf den ersten Blick wirkte die Papiertüte unverdächtig.

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Mitarbeitende des «Tierheim an der Birs» entdeckten das Tier darin am Freitagmorgen, dem 7. Juni.

Mitarbeitende des «Tierheim an der Birs» entdeckten das Tier darin am Freitagmorgen, dem 7. Juni.

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Zwischen acht Uhr abends und sieben Uhr morgens schätzt das Tierheim bei der Birs in Basel den Tatzeitpunkt der Aussetzung ein. Das Findelkind, ein Meerschweinchen, wurde durch Mitarbeitende des Tierheims am Freitagmorgen, dem 7. Juni entdeckt.

Das Meerschweinchen, das vom Tierheim in Anlehnung an die Disney-Heldin Vaiana getauft wurde, kauerte in einem Globus-Papiersack, der an die Tür des Tierheims gehängt war. Im Sack befand sich auch Heu, allerdings setzten es die Besitzer ohne Wasser aus.

Glücklicherweise war der Zustand Vaianas gut, so der Tierschutz beider Basel (TBB) in einer Medienmitteilung: «Es hatte leicht gerötete Hinterpfotenballen, etwas zu lange Schneidezähne und es war sehr gestresst», hiess es dort.

Endloser Kreislauf

«Das Meerschweinchen ist ausgewachsen», so Beatrice Kirn, Geschäftsleiterin des TBB auf Anfrage von 20 Minuten. «Momentan ist Vaiana noch alleine, weil wir im Moment keine anderen Meerschweinchen haben», führt sie weiter aus. Das Tier sei zudem noch in der Quarantäne zur Beobachtung, da das Immunsystem durch Stress geschwächt werde, und dadurch versteckte Krankheiten ausbrechen könnten. «Darum», so Kirn, «wird Vaiana zum Schutz unseres übrigen Tierbestandes erst nach 14 Tagen vergesellschaftet.»

Zwar stelle das Aussetzten von Tieren keine Seltenheit dar, in diesem Fall hat das Tierheim aber eine Vermutung: «Dem Tier geht es gesundheitlich gut, darum vermuten wir hinter dieser Aussetzung keine finanziellen Gründe», erklärt Kirn. Vielmehr habe jemand so versucht, einen endlosen Kreislauf zu unterbrechen: «Weil Meerschweinchen nicht alleine gehalten werden dürfen, muss nach dem Ableben des einen Tiers wieder ein neues geholt werden.» Bei dieser Aussetzung könnte es sich also um einen solchen Fall gehandelt haben. «Das Aussetzen ist jedoch nie eine Entschuldigung», betont Kirn.

Vor allem hätte es eine Lösung für das einsame Meerschweinchen gegeben: «Um genau diesem Kreislauf entgegenzuwirken, gibt es in der Schweiz die Möglichkeit, Meerschweinchen auszuleihen. Die kleinen Nager sollen älteren Artgenossen in den letzten Wochen und Monaten ihres Lebens als Gspänli dienen», so die Geschäftsführerin.

Zeugen gesucht

Die Stiftung TBB Schweiz hat bereits Strafanzeige eingereicht, das Aussetzten von Tieren ist ein Verstoss gegen das Tierschutzgesetz. Zeugen, die Hinweisen zum Delikt geben können, werden gesucht.

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