19.11.2020 08:37

Kinostarts November 2020In diesem Spielfilm outet sich ein Elternteil als trans

Ein queerer dänischer Familienfilm erzählt von Akzeptanz, David Fincher veröffentlicht sein neustes Werk in Schwarz-Weiss – und weitere Filme, die neu im Kino laufen.

von
Alisa Fäh

Der Trailer zu «A Perfectly Normal Family».

Xenix

Darum gehts

  • Wir stellen dir jede Woche die spannendsten neuen Kinostarts vor.

  • In einem dänischen Familienfilm outet sich ein Vater als Transfrau.

  • David Fincher veröffentlicht ein Drama, das die dunkle Seite Hollywoods zeigt.

  • Ein Forensiker macht sich auf die Suche nach seinem verschwundenen Vater.

  • Ein Dokumentarfilm arbeitet ein Stück von Samedans Geschichte auf, über das bislang geschwiegen wurde.

«A Perfectly Normal Family»

Thomas (Mikkel Boe Folsgaard) will von nun an Agnete genannt werden, das Outing als Transfrau geschieht beim Pizzaessen. «A Perfectly Normal Family» zeigt die Transition aus der Perspektive der 11-jährigen Tochter Emma (Kaya Toft Loholt).

Ihr fällt es schwer, die Entscheidung des Vaters zu akzeptieren, und dann wollen sich die Eltern auch noch scheiden lassen. Sie weigert sich, Agnete zu treffen, in einer Familientherapiesitzung verbindet Emma sich die Augen, um die Frau nicht zu sehen.

Regisseurin verarbeitet ihre Familiengeschichte

Emma liebt Fussball, eine Leidenschaft, die sie früher mit ihrem Vater geteilt hat – sie fürchtet, dass dies nun verloren geht. Ihre Schwester Caroline (Rigmor Ranthe) scheint plötzlich näher mit Agnete zusammenzurücken – Emma hat Angst, dass sie ihren geliebten Elternteil verliert.


Regisseurin Malou Reymann liess sich für das Drama von ihrer eigenen Familiengeschichte inspirieren. «Ich wollte einen Film machen, über den man lachen und weinen kann, wenn man das zulässt», erzählt sie in einem Pressestatement.

Film soll alle Perspektiven zeigen

Dass die Rolle der Agnete mit einem Mann statt einer Transfrau besetzt wurde, sorgte für Diskussionen.

Wie Reymann erklärt, habe sie sich dafür entschieden, weil es für eine Transfrau traumatisch sein könnte, einen Mann zu spielen: «Mein Ehrgeiz ging dahin, einen Film zu machen, in dem man in jedem Moment jede der Perspektiven versteht.»

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Du-bist-du.ch, Beratung und Informationen

Lilli.ch, Informationen und Verzeichnis von Beratungsstellen

Milchjugend, Übersicht von Jugendgruppen

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Pro Juventute, Tel. 147

«Mank»

Mit Filmen wie «The Social Network» und «Fight Club» hat sich der Regisseur David Fincher einen Namen gemacht. In seinem neusten Werk verfilmt er ein Drehbuch von seinem Vater Jack Fincher, der 2003 verstorben ist.


Der Drehbuchautor Herman J. Mankiewicz (Gary Oldman), genannt Mank, soll für Regisseur Orson Welles’ (Tom Burke) Kino-Regiedebüt «Citizen Kane» in zwei Monaten eine Story schreiben.

Manks Freunde sind skeptisch

Sein Umfeld rät ihm davon ab: Besonders sein Bruder Joe (Tom Pelphrey) warnt ihn, zwar winkt ein hohes Honorar, aber er muss auf eine Nennung als Autor verzichten. Ausserdem soll der Zeitungsmogul William Randolph Hearst (Charles Dance) als Vorlage für die Geschichte dienen und wenig schmeichelhaft dargestellt werden.

Manks Freunde befürchten, dass er sich damit in Gefahr bringt. Doch Mank sieht das Projekt als Abrechnung mit der Hollywood-Elite und beginnt auf einer abgelegenen Farm zusammen mit der Schreibkraft Rita (Lily Collins), die vergangenen zehn Jahre aufs Papier zu bringen.

«Mank» startet am 19. November in den Kinos, ab dem 4. Dezember ist der Film auf Netflix verfügbar.

Der Trailer zu «Mank».

Ascot Elite

«Nuestras Madres»

Der Forensiker Ernesto (Armando Espitia) identifiziert Menschen, die in Guatemala während den dreissig Jahren Bürgerkrieg verschwunden sind.

Über ein Bild, das ihm eine Frau im Dorf zeigt, glaubt er, auf eine Spur von seinem Vater zu stossen, über den seine Mutter nie spricht. Regisseur César Díaz lenkt den Fokus auf die Frauen, die sich bei der Suche nach den verschwundenen Männern Gehör verschaffen wollen.

Der Trailer zu «Nuestras Madres».

Trigon

«Suot tschêl blau»

Auf Samedans Dorfplatz wurde musiziert, gekifft und bald auch Heroin konsumiert – mit dem Aufwind der Zürcher Unruhen lehnten sich Jugendliche im Oberengadin der 1980er- und 1990er-Jahre gegen die traditionellen Gesellschaftsregeln auf.

Die Drogensucht setzte die Dorfgemeinschaft unter Schock. In «Suot tschêl blau» arbeiten die Jugendlichen von damals und ihre Eltern das auf, was unausgesprochen blieb.

Der Trailer zu «Suot tschêl blau».

Outside the Box

WOCHE 46

Schweizer Kino-Top-5

Mark Ruffalo als Protagonist Robert Bilott in «Dark Waters».

Mark Ruffalo als Protagonist Robert Bilott in «Dark Waters».

Ascot Elite

1. «Dark Waters»

2. «No Escape»

3. «Tenet»

4. «La bonne épouse»

5. «Es ist zu deinem Besten»

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