Lärm im Grämiswald : In diesem Wald lärmt es «rund um die Uhr alle 15 Minuten»
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Lärm im Grämiswald In diesem Wald lärmt es «rund um die Uhr alle 15 Minuten»

Der Grämliswald in Horw ist ein Naherholungsgebiet. Doch eine Trinkwasseraufbereitungsanlage gibt Geräusche von sich. Das Thema wird nun politisch.

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cwy/dag

Eine Trinkwasseranlage im Grämliswald in Horw LU macht permanent Lärm. Nun hat die L20-Fraktion des Einwohnerrats deswegen einen Vorstoss eingereicht und möchte dies ändern.

Video: 20 Minuten / Cheyenne Wyss

Darum gehts

  • Seit 2019 ist die sanierte Trinkwasseraufbereitungsanlage im Grämliswald in Horw in Betrieb.

  • Rund alle 15 Minuten verursache sie bei einem Abgang von Druckluft beträchtliche Geräusche, die jeweils ein paar Sekunden dauern, schreibt die L20-Fraktion des Einwohnerrats in einem Vorstoss.

  • Es sei ungefähr so laut, dass man den Lärm auch einige hundert Meter entfernt noch höre. Und wenn man sich im direkten Umkreis von 20 bis 30 Metern der Anlage befinde, könne man sich auch erschrecken.

  • Die L20-Fraktion möchte nun, dass gegen den Lärm etwas unternommen wird.

Der Grämliswald ist für die Bevölkerung ein wichtiges Naherholungsgebiet. Aber dort lärmt es. Dies schreibt die L20-Fraktion des Horwer Einwohnerrates in einem Vorstoss. Grund sei die Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA), die 2019 saniert wurde, schreibt die rot-grüne Fraktion. «Die Anlage verursacht bei einem Abgang von Druckluft beträchtliche Lärmemissionen, welche rund um die Uhr ungefähr alle 15 Minuten auftreten. Es handelt sich um ein Geräusch, welches sehr plötzlich auftritt und wenige Sekunden später wieder stoppt», schreibt die L20-Fraktion. Es sei ungefähr so laut, dass man den Lärm auch einige hundert Meter entfernt noch höre. Und wenn man sich im direkten Umkreis von 20 bis 30 Metern der Anlage befinde, könne man darüber auch erschrecken. «Dieses Geräusch stellt für alle, die es hören, eine massive Störung dar», so die L20-Fraktion weiter. Täglich kämen Sportler in den Wald, um den Vitaparcours zu absolvieren und viele Familien würden gemeinsam Zeit im Wald zu verbringen. Auch seien die Waldspielgruppe und diverse Jugendvereine regelmässig im Wald anzutreffen.

Weil die Anlage mitten in einem Wald platziert ist, sind laut dem Vorstoss für sie keine direkten Lärmemissionsgrenzwerte vorgeschrieben. «Trotzdem müssten die Aussenräume rund um die Anlage gemäss lärmrechtlichen Vorsorgeprinzipien geschützt werden. Laut Umweltschutzgesetz müssten alle Massnahmen ergriffen werden, die technisch, betrieblich möglich seien und auch wirtschaftlich tragbar sind, um den Lärm in der Umgebung der Lärmquelle möglichst zu reduzieren», schreibt die Fraktion. Darum soll nun der Gemeinderat prüfen, wie das Problem bei der sanierten Trinkwasseranlage «eliminiert oder zumindest minimiert werden kann».

Benützer scheinen sich vom Lärm nicht gestört zu fühlen

Dass nicht alle die Meinung der L20-Fraktion teilen, zeigte ein Augenschein vor Ort am Sonntag. So sagte etwa eine Joggerin, die ihre Runden auf dem Vitaparcour im Grämliswald drehte: «Ja, ich habe dieses Geräusch gehört, aber es stört mich persönlich jetzt nicht besonders.» Ähnliches sagt ein Mann, der mit seiner Familie im Wald war: «Ja, wir haben das Geräusch ebenfalls gehört und es ist sehr gut zu hören, aber es stört uns eigentlich nicht wirklich.» Ein auswärtiges Paar, das im Grämliswald spazierte, sagt: «Das laute Zischen haben wir gehört, wir empfinden es aber nicht als störend.»

Nun wird der Horwer Einwohnerrat über den Lärm diskutieren. Eines immerhin lobte die L20 an der Trinkwasseraufbereitungsanlage: «Sie sichert der Horwer Bevölkerung einwandfreies, lokal hergestelltes eigenes Trinkwasser.»

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