Arbeitsmarkt erholt sich - In diesen Branchen gibts jetzt besonders viele Jobs
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Arbeitsmarkt erholt sichIn diesen Branchen gibts jetzt besonders viele Jobs

Die Schweizer Wirtschaft erholt sich von der Corona-Krise und damit auch der Stellenmarkt. Besonders viele Jobs gibt es zurzeit in der IT-Branche. Schwierig bleibt es im Gastgewerbe.

von
Barbara Scherer
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Der Jobmarkt in der Schweiz erholt sich langsam. Besonders viele Stellen sind in der IT-Branche ausgeschrieben.

Der Jobmarkt in der Schweiz erholt sich langsam. Besonders viele Stellen sind in der IT-Branche ausgeschrieben.

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 Gefragt sind vor allem Programmierer und Programmiererinnen, Webmaster und Webmasterinnen, Systemingenieure und Systemingenieurinnen sowie IT-Projektleiter und -Projektleiterinnen.

Gefragt sind vor allem Programmierer und Programmiererinnen, Webmaster und Webmasterinnen, Systemingenieure und Systemingenieurinnen sowie IT-Projektleiter und -Projektleiterinnen.

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Personal- und Organisationsfachleute sowie mittleres und oberes Kader sind auch wieder gesucht.

Personal- und Organisationsfachleute sowie mittleres und oberes Kader sind auch wieder gesucht.

20min/Celia Nogler

Darum gehts

  • Die Stelleninserate in der Schweiz sind um 28 Prozent gestiegen.

  • Besonders viele Fachleute werden in der IT-Branche gesucht.

  • Auch im Gastgewerbe gibt es wieder Jobs. Allerdings werden viel weniger Stellen ausgeschrieben wie vor der Krise.

Kurzarbeit und Homeoffice: Die Corona-Krise hat das Arbeitsleben in der Schweiz verändert. Viele haben auch ihren Job in der Pandemie verloren. Doch jetzt bessert sich die Lage: Die Wirtschaft erholt sich und damit auch der Schweizer Stellenmarkt.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat die Zahl der Stelleninserate um 28 Prozent zugenommen, wie die neuste Erhebung des Arbeitsvermittlers Adecco und der Universität Zürich zeigt. Dabei werden zurzeit besonders viele Fachleute in der IT-Branche gesucht. Gefragt sind vor allem Programmiererinnen, Webmaster, Systemingenieurinnen sowie IT-Projektleiter.

Zurzeit sind sogar mehr Stellen in der IT-Branche ausgeschrieben als 2018: «Viele Unternehmen wurden während der Pandemie gezwungen, ihr Geschäftsmodell zu überdenken», erklärt Monica Dell’Anna, Chefin der Adecco Gruppe Schweiz. Dabei stand die Digitalisierung im Vordergrund. Darum braucht es nun IT-Fachkräfte.

Viele Jobs im Handel und Verkauf

Personal- und Organisationsfachleute sowie mittleres und oberes Kader sind auch wieder gesucht: Im Vergleich zum Vorjahr sind fast 40 Prozent mehr solche Stellen ausgeschrieben. Wer im Handel oder Verkauf arbeitet, hat ebenfalls gute Chancen, einen Job zu finden.

Der Index verzeichnet für diese Branche ein Plus von 38 Prozent. Auch Büro- und Verwaltungsjobs sind vermehrt gefragt. Allerdings sind weder im Handel noch in der Verwaltung gleich viele Jobs ausgeschrieben wie noch vor der Corona-Krise.

Das Gastgewerbe erholt sich nur langsam

Gut erholt haben sich dafür die Industrie- und Transport-Branche: Dort werden im Vergleich zum Vorjahresquartal 33 Prozent mehr Jobs ausgeschrieben. Damit sind Fachleute in der Industrie und im Transport sogar stärker nachgefragt als kurz vor dem ersten Shutdown.

«Das bearbeitende und verarbeitende Gewerbe ist im vergangenen Quartal gemäss SECO deutlich gestiegen, besonders auch im Bereich der chemischen und pharmazeutischen Industrie», sagt Dell’Anna. Auch in der Bau-Branche werden wieder so viele Stellen ausgeschrieben wie vor der Corona-Krise – ebenso in der Technik und Naturwissenschaft.

Erstmals werden auch wieder vermehrt Stellen fürs Gastgewerbe oder für persönliche Dienstleistungen ausgeschrieben. Allerdings liegt der Wert noch weit entfernt vom Vor-Corona-Level. Unternehmen in dieser Branche hoffen laut Adecco nun aufs Sommer- und Feriengeschäft.

«Seit Corona achten Arbeitgeber vermehrt auf Weiterbildungen»

Monica Dell’Anna, Chefin der Adecco Gruppe Schweiz

Monica Dell’Anna, Chefin der Adecco Gruppe Schweiz

Adecco

Der Jobmarkt erholt sich, wo liegen Ihrer Meinung nach nun die Herausforderungen?

Dell’Anna: «Durch die Corona-Krise ist es schwieriger geworden, die richtigen Kandidaten für den passenden Job zu finden. Denn in der Pandemie haben sich viele Leute neu orientiert oder sogar die Branche gewechselt. Gleichzeitig wollen die Unternehmen ihre erfahrenen Mitarbeitenden behalten. Schliesslich ist es nicht einfach, gute Kandidaten zu finden.»

Worauf muss man denn heute achten, wenn man sich auf eine neue Stelle bewirbt?

«Nach wie vor zählen Ausbildung und Erfahrung. Eine gewisse Beständigkeit im Lebenslauf ist ebenfalls wichtig: Zu viele Lücken machen keinen guten Eindruck, allerdings sind Arbeitgeber viel toleranter geworden, was nicht-lineare CVs anbelangt. Auch Weiterbildungen vor allem im digitalen Bereich haben stark an Bedeutung gewonnen, bereits vor Corona. Zudem sind sogenannte Soft-Skills immer gefragter. Dazu zählt zum Beispiel die Kooperations- und Kommunikations-Fähigkeit innerhalb und ausserhalb des Teams. Wichtig ist auch die Anpassungsfähigkeit der Arbeitnehmenden geworden: Viele Branchen sind im Wandel und man muss heute offen sein für Veränderungen.»

Wie entwickelt sich der Job-Markt nun weiter?

«Es deutet alles darauf hin, dass der Stellenmarkt weiter wächst. In einigen Monaten könnten also gleich viele Jobs ausgeschrieben sein wie vor der Corona-Pandemie. Allerdings hängt alles davon ab, wie es mit der Pandemie weitergeht, welche Massnahmen ergriffen werden und ob die Impfungen wirken. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass es gut kommt.»

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