Bloomberg-Analyse: In diesen Jobs winkt das Eheglück
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Bloomberg-AnalyseIn diesen Jobs winkt das Eheglück

In gewissen Berufen finden sich mehr Verheiratete als in anderen. Das zeigen Daten aus den USA. Sie geben auch Aufschluss darüber, welche Jobs Gift für die Ehe sind.

von
Valeska Blank
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Bei den Zahnärzten ist die Heiratsrate am höchsten, zeigt eine Untersuchung aus den USA.

Bei den Zahnärzten ist die Heiratsrate am höchsten, zeigt eine Untersuchung aus den USA.

Keystone/Gaetan Bally
Auf Platz zwei folgen Firmenchefs: Ein Grossteil von ihnen ist verheiratet.

Auf Platz zwei folgen Firmenchefs: Ein Grossteil von ihnen ist verheiratet.

Monkey Business Images
Neu in der Rangliste: der Wirtschaftsingenieur. Er schafft es bei den Berufsgruppen, in denen die meisten verheirateten Angestellten zu finden sind, auf Platz drei.

Neu in der Rangliste: der Wirtschaftsingenieur. Er schafft es bei den Berufsgruppen, in denen die meisten verheirateten Angestellten zu finden sind, auf Platz drei.

Keystone/Jean-christophe Bott

Wer verliebt in seinen Zahnarzt ist, sollte sich nicht allzu viele Chancen ausrechnen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass er verheiratet ist, ist gross. Die Heiratsrate unter Zahnärzten beträgt 81 Prozent und ist damit die höchste aller Berufsgruppen. Das zeigt eine Datenauswertung von «Bloomberg Businessweek». Das Magazin hat die Heirats- und Scheidungsraten in den USA zwischen 1950 und 2010 analysiert. Das Ergebnis: Der Job lässt oft darauf schliessen, ob jemand single, verheiratet oder geschieden ist.

Am häufigsten verheiratet sind demnach Angestellte aus der Gesundheitsbranche. Neben dem Zahnarzt sind auch Allgemeinärzte (Rang 4) und Podologen (5) in den Top Ten zu finden. CEOs schaffen es auf Rang 2. Auch Ingenieure und Wissenschaftler tragen häufiger als andere einen Ehering am Finger, genauso wie Mitarbeiter, die im Verkauf tätig sind. Neu sind in der Hitliste auch Religionsberufe (Rang 9) zu finden.

Jobsicherheit stärkt die Beziehung

An Boden verloren haben dagegen Vertreter aus der Landwirtschaftsbranche: Während sie in den 1990er-Jahren und nach der Jahrtausendwende noch in den Top Ten vertreten waren, sind sie in der aktuellsten Rangliste der am häufigsten verheirateten Berufe nicht mehr zu finden. Das gleiche Schicksal haben Kraftwerkstechniker erlitten.

Warum sich Vertreter gewisser Berufsgruppen für die Ehe entscheiden und andere zu Scheidungen neigen, weiss ein Schweizer Scheidungsanwalt: «Ein sicherer Job wirkt sich meist positiv auf die Beziehung aus – das könnte erklären, warum zum Beispiel die Ehen von Zahnärzten stabiler sind.» Begünstigend für die Ehe sei zudem ein gutes Einkommen.

Ein hohes Salär schrecke im Umkehrschluss auch viele von einer Trennung ab. «Gut verdienende Ehepartner sind sich in der Regel genau bewusst, was eine Scheidung finanziell bedeuten würde», so der Anwalt. «Weil sie ihren Lebensstandard erhalten möchten, halten sie die Ehe wenn möglich aufrecht.»

Tapezierer haben wenig Eheglück

Am meisten Pech in der Liebe haben gemäss den US-Daten Tapezierer. Sie führen die Liste bei den Berufsgruppen an, in denen es am häufigsten zur Scheidung kommt. Gefährlich für die Ehe sind auch Berufe in der Maschinen- und Textilbranche (Rang 2 und 3). Das sei darauf zurückzuführen, dass die Blütezeit dieser Branchen vorbei und viele Jobs verloren gegangen seien, schreibt «Bloomberg Businessweek»: «Das hat den Druck auf Ehen erhöht.»

Ebenso Gift fürs Liebesglück sind Jobs im Postwesen: Angestellte, die beruflich Briefe sortieren, reichen überdurchschnittlich oft die Scheidung ein (Rang 5), genauso ihre Kollegen hinter dem Postschalter (Rang 10). Mit dem Vorurteil, dass man Serviceangestellte nicht heiraten sollte, weil die Gefahr eines Seitensprungs hoch ist, räumt die Datenauswertung auf: Barkeeper sind seit dem Jahr 2000 nicht mehr in der Hitliste der scheidungsanfälligsten Berufe vertreten.

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