Aktualisiert 17.11.2010 09:36

TerrorgefahrIn diesen Ländern herrscht Alarmstufe Rot

Laut dem neuesten Terrorismus-Risiko-Index ist neu Somalia der gefährlichste Ort der Welt. Den grössten Absturz aber hat ein europäisches Land erlitten.

von
Kian Ramezani
Die gefährlichsten Länder der Welt laut dem «Terrorism Risk Index» 2010. Die schwarzen Punkte kennzeichnen Terroranschläge. (Quelle: Maplecroft)

Die gefährlichsten Länder der Welt laut dem «Terrorism Risk Index» 2010. Die schwarzen Punkte kennzeichnen Terroranschläge. (Quelle: Maplecroft)

In keinem Land ist die Gefahr eines Terroranschlags grösser als in Somalia. Dies geht aus einer Studie hervor, die jährlich die Häufigkeit und Intensität von Terroranschlägen in 196 Ländern misst. Laut diesem «Terrorismus-Risiko-Index» der britischen Beratungsfirma Maplecroft fallen die folgenden Länder unter die Kategorie «extremes Risiko»: Somalia, Pakistan, Irak, Afghanistan, Palästinensergebiete, Kolumbien, Thailand, Philippinen, Jemen und Russland.

Der Index soll aufzeigen, in welchen Ländern menschliches Leben und Wirtschsftsgüter am meisten bedroht sind. Er basiert auf Daten zwischen Juni 2009 und Juni 2010 und berücksichtigt neben der Häufigkeit von Anschlägen auch die Anzahl tatsächlicher und möglicher Todesopfer. Dazu kommt eine historische Komponente mit Daten aus dem Zeitraum zwischen 2007 und 2009. Langjährige, bewaffnete Konflikte finden ebenfalls Eingang in den Index.

Islamistischer Terrorismus

Somalia rutschte im Vergleich zum letzten Jahr vom vierten auf den ersten Platz. Das Land erlitt 556 Terroranschläge mit 1437 Todesopfern und 3408 Verwundeten zwischen Juni 2009 und Juni 2010. Das entspricht den meisten Todesopfern gemessen an der Gesamtbevölkerung. Die Hauptbedrohung geht von der islamistischen Gruppierung Al Shabab aus, die sich zu mehreren Selbstmordanschlägen bekannte. Besorgniserregend ist der Umstand, dass die Gruppierung inzwischen auch ausserhalb Somalias zuschlägt. Im Juli 2010 verübte sie einen Bombenanschlag in der ugandischen Hauptstadt Kampala, der mindestens 74 Menschen tötete.

Jemen büsste 13 Plätze ein und fällt zum ersten Mal in die Kategorie «extremes Risiko». Zwischen Juni 2009 und Juni 2010 ereigneten sich dort 109 Anschläge, die hauptsächlich auf das Konto der Al-Kaida gingen. Westliche Geheimdienste beobachten diese Entwicklung mit Sorge, da die Gruppe offenbar auch Anschläge im Ausland plant. Im Oktober 2010 steckte sie hinter den in Druckerpatronen versteckten Bomben, die in Frachtflugzeugen von Jemen in die USA gelangen sollten.

Griechenlands tiefer Fall

Den grössten Absturz erlitt allerdings kein islamisches Land, sondern Griechenland, das von Platz 57 auf 24 abrutschte und somit Spanien (27) als gefährlichstes europäisches Land ablöste. Zwischen Juni 2009 und Juni 2010 registrierte Griechenland 180 Anschläge - numerisch mehr als in Jemen. Sie enden selten tödlich, können aber viel Chaos anrichten, wie die Paketbomben in verschiedenen Botschaften Athens Anfang November zeigten. Griechenland und Spanien (Rang 27, ETA-Terror) sind die einzigen westlichen Länder in der Kategorie «hohes Risiko».

Die Schweiz gehört erwartungsgemäss der Kategorie «niedriges Risiko» an und liegt auf Rang 114.

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