20.09.2019 18:05

Ranking

In diesen Vorlesungen sitzen fast nur Frauen

Bei den Lehrberufen gibt es typische Männer- und Frauenjobs. Doch auch bei der Studienwahl spielt das Geschlecht eine Rolle, wie ein Ranking zeigt.

von
daw
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Nicht nur bei der Lehre, sondern auch bei der Studienwahl ist das Geschlecht ein entscheidender Faktor – trotz #meToo oder dem Frauenstreik.

Nicht nur bei der Lehre, sondern auch bei der Studienwahl ist das Geschlecht ein entscheidender Faktor – trotz #meToo oder dem Frauenstreik.

Keystone/Martin Ruetschi
Männer sind in den naturwissenschaftlichen Fächern überrepräsentiert: Den höchsten Männeranteil findet sich in den Militärwissenschaften, im Maschinenbau und der Informatik.

Männer sind in den naturwissenschaftlichen Fächern überrepräsentiert: Den höchsten Männeranteil findet sich in den Militärwissenschaften, im Maschinenbau und der Informatik.

AP/Daniel Maurer
Betrachtet man die 20 beliebtesten Fächer an den Unis, zeigt sich in vielen Fächern ein Geschlechtergraben: Während Männer in den Wirtschaftswissenschaften dominieren, sind die Sozialwissenschaften und die Juristrerei eher eine Frauendomäne.

Betrachtet man die 20 beliebtesten Fächer an den Unis, zeigt sich in vielen Fächern ein Geschlechtergraben: Während Männer in den Wirtschaftswissenschaften dominieren, sind die Sozialwissenschaften und die Juristrerei eher eine Frauendomäne.

Keystone/Martin Ruetschi

Laut einer neuen Analyse des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung wirken die Rollenbilder bei der Wahl des Lehrberufs immer noch stark: So sind 99 Prozent der Dentalassistenten weiblich und 99 Prozent der Maurer männlich.

Doch nicht nur bei der Lehre, sondern auch bei der Studienwahl ist das Geschlecht ein entscheidender Faktor – #MeToo oder dem Frauenstreik zum Trotz. Das zeigen die Zahlen 2018 des Bundesamts für Statistik. Mit einem Frauenanteil von über 85 Prozent sind Sonderpädagogik, Genderstudien und Veterinärmedizin typische Frauenstudienrichtungen an den Unis. Auch in der Psychologie und der Kunstgeschichte gibt es überwiegend Studentinnen.

Umgekehrt sind Männer in den naturwissenschaftlichen Fächern überrepräsentiert: Den höchsten Männeranteil findet sich in den Militärwissenschaften, im Maschinenbau und in der Informatik.

Betrachtet man die 20 beliebtesten Fächer an den Unis, zeigt sich in vielen Fächern ein Geschlechtergraben: Während Männer in den Wirtschaftswissenschaften dominieren, sind die Sozialwissenschaften und die Juristerei eher eine Frauendomäne.

«Es fängt mit dem Spielzeug an»

Für Yvonne Schärli, Präsidentin der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen, sind die Unterschiede per se kein Problem. Aber: «Wenn sie dazu führen, dass Frauen sich gegen naturwissenschaftliche Studien entscheiden, weil man es von Anfang an ausschliesst, ist das falsch.»

Sie gehe davon aus, dass sich die Verhältnisse in Zukunft verschieben dürften. «Früher gab es fast nur Männer im Arztberuf. Heute sind Ärztinnen normal.» Entscheidend sei die Sozialisierung zu Hause, in der Schule und in der Ausbildung: «Das Umfeld muss die Chancengleichheit leben und unterstützen. Es fängt zum Beispiel mit dem Spielzeug an: Wenn Buben mit Autos spielen, entwickeln sie vielleicht eher eine Affinität zu technischen Studiengängen.»

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