Tägliche Sprengungen – In diesen Zentralschweizer Skigebieten herrscht akute Lawinengefahr
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Tägliche SprengungenIn diesen Zentralschweizer Skigebieten herrscht akute Lawinengefahr

Viel Schnee im Dezember und jetzt kommen Regen und warme Temperaturen dazu: Praktisch überall herrscht aktuell in den Zentralschweizer Skigebieten hohe Lawinengefahr. Auch Sprengungen helfen nicht mehr überall. Pistensperrungen sind unumgänglich.

von
Rochus Zopp
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Der viele Schnee, der Regen und die warmen Temperaturen führen zu erhöhter Lawinengefahr. (Symbolbild)

Der viele Schnee, der Regen und die warmen Temperaturen führen zu erhöhter Lawinengefahr. (Symbolbild)

Wikipedia/CC BY-SA 3.0
Urs Egli, Leiter Marketing bei den Titlis Bergbahnen, sagt auf Anfrage von 20 Minuten: «Bei uns herrscht grosse Lawinengefahr.»

Urs Egli, Leiter Marketing bei den Titlis Bergbahnen, sagt auf Anfrage von 20 Minuten: «Bei uns herrscht grosse Lawinengefahr.»

swiss-image.ch/Roger Gruether
«Es regnet sehr viel in hohen Lagen. Das erhöht die Lawinengefahr stark», so Egli. Bei den Titlis Bergbahnen arbeite man jeden Tag daran, die Pisten gegen Lawinen zu sichern. Dabei werden auch regelmässig Lawinen gesprengt. 

«Es regnet sehr viel in hohen Lagen. Das erhöht die Lawinengefahr stark», so Egli. Bei den Titlis Bergbahnen arbeite man jeden Tag daran, die Pisten gegen Lawinen zu sichern. Dabei werden auch regelmässig Lawinen gesprengt.

Titlis-Bergbahnen

Darum gehts

  • Derzeit liegt in den Bergen vergleichsweise viel Schnee. Zusammen mit starken Regenfällen entsteht dabei auch in den Zentralschweizer Skigebieten eine erhöhte Lawinengefahr.

  • In Engelberg musste aufgrund der Gefahrensituation gar die Talabfahrt gesperrt werden. Dass dies aufgrund der Lawinensituation passiere, sei äusserst selten.

  • Auch in Andermatt sind Pisten gesperrt worden. Auch wenige Lawinensprengungen hätten vorgenommen werden müssen. Man erwarte Abgänge am Mittwoch.

  • Besonders der Bereich ums Brienzer Rothorn macht den Sörenberg Bahnen zu schaffen.

  • In der Mythenregion ist die Situation nicht so angespannt. «Wir haben im ganzen Skigebiet eine günstige Lawinensituation», sagt der Pistenchef.

In den Bergen liegt aktuell viel Schnee. Die Temperaturen sind allerdings beinahe frühlingshaft warm. Dazu regnet es am Mittwoch noch mal stark. Dadurch ist die Lawinengefahr in den Alpen stark erhöht. Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung schätzt die Lawinengefahr im Alpenraum auf erheblich bis gross, die zweithöchste Warnstufe, ein. Auch die Skigebiete in der Zentralschweiz sind davon betroffen.

In der Mythenregion ist die Lage aktuell nicht so angespannt wie in anderen Skigebieten. Paul Bürgler, Pisten- und Rettungschef des Skigebiets, sagt: «Wir haben im ganzen Skigebiet eine günstige Lawinensituation.» Auch Lawinensprengungen habe man keine vornehmen müssen, so Bürgler. Dies sei in der Mythenregion im Normalfall nicht notwendig.

Engelberg und Andermatt mussten Pisten sperren

Anders in Engelberg. Urs Egli, Leiter Marketing bei den Titlis Bergbahnen, sagt auf Anfrage von 20 Minuten: «Bei uns herrscht grosse Lawinengefahr.» Die Talabfahrt vom Titlis nach Engelberg sei am Mittwoch wegen der Lawinengefahr geschlossen worden. Dass die Talabfahrt wegen der Lawinengefahr geschlossen werden müsse, passiere äusserst selten. «Es regnet sehr viel in hohen Lagen. Das erhöht die Lawinengefahr stark», so Egli. Bei den Titlis Bergbahnen arbeite man jeden Tag daran, die Pisten gegen Lawinen zu sichern. Dabei werden auch regelmässig Lawinen gesprengt.

Auch im Skigebiet Andermatt herrscht grosse Lawinengefahr. Wie auch das Titlisgebiet liegt die Skiarena Andermatt-Sedrun in einem Gebiet mit der Lawinenwarnstufe 4. Am Mittwochmorgen mussten deswegen auch präventiv wenige Sprengungen vorgenommen werden. Wie Pistenrettungschef Carlo Danioth mitteilt, habe man am Mittwoch nur diejenigen Pisten geöffnet, bei denen keine Massnahmen notwendig waren. Dass intensiver Niederschlag komme, habe man aufgrund der Wetterprognose schon gewusst. «Daher haben wir schon früh kommuniziert, dass einige Anlagen aus Sicherheitsgründen heute geschlossen sein werden», so Danioth.

«Das aktuelle Nassschnee-Problem kann nicht weggesprengt werden»

Ähnlich sieht die Situation bei den Sörenberg Bergbahnen aus. «Mit dem vielen erwarteten Regen bis weit über 2000 Meter wird die Situation am Brienzer Rothorn sehr heikel. Es liegt viel Schnee an den steilen Nordhängen und wir erwarten am Nachmittag einzelne grössere Abgänge», schreibt Martin Vogel, Bereichsleiter Betrieb, am Mittwoch auf Anfrage. Bereits am Donnerstag werde die Lage neu analysiert.

Sprengungen werden auch bei den Sörenberg Bahnen regelmässig vorgenommen. «Das aktuelle Nassschnee-Problem kann aber nicht gesprengt werden. Hier kann man nur abwarten und die Schlechtwetter-Front abziehen lassen», so Vogel. Aufgrund der Gefahrenlage hätten ein Schneeschuhtrail, die Langlaufloipe Dorf und eine Piste gesperrt werden müssen. Ebenfalls geschlossen sei das komplette Teilgebiet am Brienzer Rothorn, so Vogel. Im Skigebiet Dorf habe man glücklicherweise kaum Probleme.

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