31.07.2016 10:24

KleihdIn dieser Boutique kann man Mode mieten

Immer neue Kleider kaufen, muss nicht sein, finden junge Frauen aus Zürich. Deshalb haben sie die erste Mode-Leih-Boutique der Schweiz eröffnet.

von
som
1 / 10
Janine Häberle ist eine der Frauen, die für die Boutique Kleihd ehrenamtlich arbeitet.

Janine Häberle ist eine der Frauen, die für die Boutique Kleihd ehrenamtlich arbeitet.

som
Dort kann man einerseits Kleider ausleihen.

Dort kann man einerseits Kleider ausleihen.

som
Etwa während einer Woche ein Stück für spezielle Anlässe ab 25 Franken oder während eines Monats fünf Stück ab 55 Franken.

Etwa während einer Woche ein Stück für spezielle Anlässe ab 25 Franken oder während eines Monats fünf Stück ab 55 Franken.

som

Glitzernde Abendkleider, schicke Alltagsröcke oder Anzüge für Frauen und Herren: Auf den ersten Blick sieht der Laden «Kleihd» an der Idastrasse 28 im Kreis 3 aus wie eine ganz normale Boutique. Doch hier wird nichts gekauft, sondern nur ausgeliehen. «Wir sind wie eine Bibliothek für Kleider – wir sind die erste Mode-Leih-Boutique der Schweiz», sagt Janine Häberle (29).

Zusammen mit Paula Fricke (33) und Alena Zehr (30) steht sie hinter dem Verein, der vor gut zwei Jahren gegründet wurde. «Die Produktion von Kleidern belastet oft die Umwelt und die Arbeitsbedienungen sind unethisch», sagt die studierte Textildesignerin. Trotzdem hätten viele Leute viel im Schrank, was sie gar nicht tragen: «Wir wollen eine Alternative bieten, ohne dass man auf Mode-Vielfalt verzichten muss.»

«Es müssen schon spezielle Stücke sein»

So kann man einerseits bei Kleihd Kleider ausleihen – etwa während einer Woche ein Stück für spezielle Anlässe ab 25 Franken oder während eines Monats fünf Stück ab 55 Franken. Anderseits kann man Kleider, die man nicht mehr trägt, der Boutique zur Verfügung stellen.

«Nehmen wir sie in die Kollektion auf, darf man für jedes gespendete Kleidungsstück einen Monat lang etwas kostenlos ausleihen», sagt Häberle. Allerdings sind sie und ihre Kolleginnen wählerisch: «Es müssen schon spezielle Sachen sein – etwa Kleider mit besonders schönen Stoffen oder Schnitten.» Hinzu kämen Stücke aus privaten Sammlungen und Neuwertiges von Schweizer Designern.

«Einige Kundinnen gehen nicht mehr shoppen»

Mittlerweile haben sie schätzungsweise 1500 Kleidungsstücke in ihrer Sammlung – 30 bis 40 davon sind stets im Umlauf. Die Leute kommen aus den unterschiedlichsten Gründen, so Häberle: «Die einen brauchen etwas für eine Hochzeit, andere einen Anzug für eine Konferenz – es gibt auch modebewusste Kundinnen, die gehen nicht mehr shoppen, seit sie bei uns sind.»

In Zukunft soll Kleihd noch ausgebaut werden, sagt Häberle: «Wir planen einen Onlinekatalog mit Reservationssystem, der einen Überblick über das gesamte Angebot ermöglicht.» Zudem werde der Laden an der Idastrasse langsam zu klein: «Längerfristig wäre es auch unser Traum, dass zumindest eine Person von Kleidh leben kann – derzeit arbeiten wir alle ehrenamtlich.»

Damit sie diese Ziele verwirklichen können, sammeln die Frauen über Crowdfunding Geld – bis am 6. August sollen es mindestens 20'000 Franken sein.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.