Schulhaus Küngenmatt: In dieser Schule gibt es nur junge Lehrer
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Schulhaus KüngenmattIn dieser Schule gibt es nur junge Lehrer

Die Stadtzürcher Schule Küngenmatt wird diese Woche von Lehrerinnen und Lehrern geführt, die noch in Ausbildung sind. Das Projekt gefällt den Kindern.

von
T. Mathis

Die studentischen Schulleiter freuen sich, Verantwortung übernehmen zu dürfen. (Video: tam)

Penelope und Laurent besuchen die sechste Klasse im Schulhaus Küngenmatt in Zürich. Als sie am Montag in die Schule kamen, gab es da viele Erwachsene, die sie vorher noch nie gesehen hatten. Auch ihr Lehrer, der sonst im Schulzimmer auf sie wartete, war nicht da. Stattdessen machten die beiden und ihre Klassenkameraden Bekanntschaft mit einer neuen, noch ganz jungen Lehrerin. Sie wird erst im Sommer ihre Ausbildung am Institut Unterstrass abschliessen. Dennoch gilt es für sie bereits jetzt ernst, denn das Schulhaus Küngenmatt wurde am Montag von 46 Studierenden der Pädagogischen Hochschule übernommen.

«Wir bringen frischen Wind»

Während sich die erfahrenen Küngenmatt-Lehrer weiterbilden, führen die 46 angehenden Lehrpersonen im Alter von 22 bis 35 Jahren für eine Woche die Primarschule weiter. Das soll ihnen den Einstieg in den Beruf erleichtern. «Die Kinder freuen sich, dass wir frischen Wind in das Schulhaus bringen», sagt der studentische Schulleiter Felix Steger, der zusammen mit Andrea Senn die Gesamtverantwortung für knapp 500 Kinder trägt.

So wie Laurent und Penelope sagen, haben die jungen Lehrerinnen und Lehrer dieses Ziel ohne Frage erfüllt: «Meine neue Lehrerin ist zwar strenger, aber der Unterricht ist interessant, weil wir viele Spiele machen», sagt Laurent. Dieser Eindruck hat wohl auch mit den neuen Unterrichtsmethoden zu tun. Senn: «Heute versucht man, die vom Lehrplan geforderten Kompetenzen auch spielerisch zu vermitteln.»

Es ist eine gewöhnliche Schulwoche

Für die angehenden Lehrpersonen ist es eine Herausforderung, eine ganze Schule zu übernehmen. Um den Schulalltag reibungslos weiterzuführen, brauchte es viel Vorbereitungsarbeit. Der Nutzen des Projekts ist für sie aber unersetzbar: «Wir können die Schule in ihrer Gesamtheit kennen lernen», sagt Steger. Dafür sei dieses alljährlich stattfindende Projekt des Instituts Unterstrass gut geeignet.

Damit die angehenden Lehrerinnen und Lehrer von der Woche profitieren können, bleibt der Tagesablauf gleich. Für Laurent und Penelope ist es also keine lockere Woche mit einer neuen Lehrerin. «Wenn wir still sein müssen, machen wir das. Das klappt sogar sehr gut», sagt Penelope.

«Ich habe eine bewegungsfreudige Klasse erwischt»

Das bestätigt Claudio Baldini, der eine «sehr bewegungsfreudige Klasse» erwischt hat. «Als neuer Lehrer muss man die bestehenden Regeln weiterhin durchsetzen, weil die Kinder versuchen, die Grenzen auszuloten», sagt der 24-Jährige. Doch bisher seien seine Schüler brav gewesen.

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