Aktualisiert 06.07.2020 20:54

E-Bike-TourIn einem Tag durch die Schweiz mit E-Bikes

330 Kilometer und null CO₂-Emissionen: Mit Elektrovelos lässt sich das ganze Land erkunden. Dies ist gut für die Umwelt und die Gesundheit.

von
Stephanie Sigrist
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Von Chiasso bis nach Basel: Dies war das ehrgeizige Ziel von Patrick Kutschera, Geschäftsführer von Energie Schweiz, und Daniel Büchel, Vizedirektor des Bundesamtes für Energie.

Von Chiasso bis nach Basel: Dies war das ehrgeizige Ziel von Patrick Kutschera, Geschäftsführer von Energie Schweiz, und Daniel Büchel, Vizedirektor des Bundesamtes für Energie.

Geza Scholtz
«Es braucht keine Reise in ferne Länder, um fantastische Landschaften und Orte zu entdecken. E-Bikes und ganz allgemein Fahrräder eignen sich hervorragend, um die Schweiz zu erfahren», so Kutschera.

«Es braucht keine Reise in ferne Länder, um fantastische Landschaften und Orte zu entdecken. E-Bikes und ganz allgemein Fahrräder eignen sich hervorragend, um die Schweiz zu erfahren», so Kutschera.

Geza Scholtz
Die Reise-Radwege der Schweiz seien sehr gut ausgebaut und dokumentiert. «Auf Schweiz Mobil findet sich für jeden die passende Route. Es müssen ja nicht alle gleich die Schweiz durchqueren», sagt Kutschera.

Die Reise-Radwege der Schweiz seien sehr gut ausgebaut und dokumentiert. «Auf Schweiz Mobil findet sich für jeden die passende Route. Es müssen ja nicht alle gleich die Schweiz durchqueren», sagt Kutschera.

Geza Scholtz

Patrick Kutschera, Geschäftsführer von Energie Schweiz, und Daniel Büchel, Vizedirektor des Bundesamtes für Energie, durchquerten am Wochenende innerhalb eines Tages die Schweiz mit dem E-Bike. Dabei legten sie 330 Kilometer zurück. Start war vor Sonnenaufgang in Chiasso, und abends um acht Uhr kam das Duo in Basel an. Mit der E-Bike-Tour wurden unterwegs keine CO₂-Emissionen verursacht, da die Elektrovelos mit grünem Strom geladen worden waren. Ein Auto hätte auf der Strecke Chiasso–Basel rund 40 Kilogramm Kohlenstoffdioxid ausgestossen. «Es braucht keine Reise in ferne Länder, um fantastische Landschaften und Orte zu entdecken. E-Bikes und ganz allgemein Fahrräder eignen sich hervorragend, um die Schweiz zu erfahren. Die Reise-Radwege der Schweiz sind heute schon sehr gut ausgebaut und dokumentiert, auf Schweiz Mobil findet sich für jeden die passende Route. Es müssen ja nicht alle gleich die Schweiz durchqueren», sagt Kutschera.

«Velofahren ist aber mehr als ein Freizeitvergnügen: Den Arbeitsweg mit dem Fahrrad zurückzulegen, ist für immer mehr Menschen das neue normal, da es effizient und umweltschonend ist. Aktuell kommt der Aspekt der Hygiene dazu», so der Geschäftsführer von Energie Schweiz. In der Schweiz gibt es gemäss dem Bundesamt für Statistik rund vier Millionen Pendler. Eine Erhebung aus dem Jahr 2017 belegte, dass etwas mehr als die Hälfte der Pendler (52 Prozent) als Hauptverkehrsmittel für den Arbeitsweg das Auto benutzte. Seit dem Ausbruch der Pandemie dürfte diese Zahl noch leicht angestiegen sein. «Pendelnde verwenden wieder vermehrt das Auto statt öffentlicher Verkehrsmittel, um sich vor Ansteckungen zu schützen. Damit droht der Effizienzgewinn, den wir in der Vergangenheit mit dem ÖV realisiert haben, verloren zu gehen und die Strassen noch mehr überlastet zu werden», erklärt Kutschera.

Mit dem Velo zur Arbeit zu fahren, schont das Klima

Würden schweizweit mehr Kilometer mit dem E-Bike statt mit dem Auto zurückgelegt, könnten so der Energieverbrauch und die CO₂-Emissionen massiv gesenkt werden. Gut ein Drittel der gesamthaft in der Schweiz verbrauchten Energie ist aktuell auf den Verkehr zurückzuführen. Laut dem Bundesamt für Statistik wird der Energiebedarf für den Verkehr hierzulande zu 94 Prozent mit Erdölprodukten gedeckt. Mit Verbrennungsmotoren betriebene Fahrzeuge stossen das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid aus. 2018 beliefen sich die CO₂-Emissionen des Verkehrs in der Schweiz auf insgesamt 14,8 Millionen Tonnen CO₂. Dies entsprach 40 Prozent des gesamten Kohlenstoffdioxidausstosses der Schweiz, wobei der internationale Flugverkehr noch nicht einberechnet wurde.

Neben der Umwelt profitiert übrigens auch die Gesundheit, wenn ihr viel mit dem Velo oder dem E-Bike unterwegs seid: Sich an der frischen Luft zu bewegen, stärkt und vergrössert den Herzmuskel, und Radfahrer haben einen tieferen Ruhepuls. Dies kann Herzinfarkten vorbeugen. Da beim Velofahren auch der Kreislauf in Schwung gebracht wird, sinkt auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ausserdem ist Radfahren gelenkschonend, und die Rückenmuskulatur wird gestärkt. Biken hilft auch beim Abnehmen, da es den Muskelaufbau im ganzen Körper fördert – und je mehr Muskeln man hat, desto mehr Energie wird auch im Ruhezustand verbrannt. Im Rahmen einer Forschungsarbeit wiesen Mediziner des Universitätsklinikums Tübingen ausserdem nach, dass regelmässiges Radeln sogar Depressionen entgegenwirken kann. Bereits nach einer halben Stunde werden Endorphine – die sogenannten Glückshormone – ausgeschüttet. Sie sind dafür verantwortlich, dass sich aktive Menschen entspannter fühlen und weit weniger an Depressionen leiden als Nichtsportler.

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53 Kommentare
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Thomas

07.07.2020, 23:41

Bei der Strecke wird aber sicher ein Auto im Tross dabei gewesen sein. So von wegen frisch aufgeladenem Akku.....

pnö

07.07.2020, 23:31

gut für die Umwelt ist gut. Der Akku ist nämlich aus Zellulose und Rüeblischalen, der Strom kommt ausschliesslich von Windrädern, die in einer vorbildlichen Werkstatt aus FSC-Eschenholz geschnitzt wurden. Das E-Bike, das zusätzlich zum Auto angeschafft wurde, besteht aus regional produziertem Bambus.

Hansi

07.07.2020, 21:08

Man kann auch ohne Strom so weit fahren mit normalem Fahrrad