Ausschreitungen in den Niederlanden – In Enschede rufen die Behörden den Ausnahmezustand aus
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Ausschreitungen in den NiederlandenIn Enschede rufen die Behörden den Ausnahmezustand aus

In der dritten Nacht in Folge kam es in den Niederlanden zu Protesten gegen die Corona-Auflagen.

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Fans randalieren in Rotterdam, weil sie nicht zu einem Fussballspiel zugelassen werden. (21. November 2021)

Fans randalieren in Rotterdam, weil sie nicht zu einem Fussballspiel zugelassen werden. (21. November 2021)

AFP/Killian Lindenburg
Ausschreitungen in Den Haag: Velos und andere Gegenstände werden in Brand gesetzt. (20. November 2021)

Ausschreitungen in Den Haag: Velos und andere Gegenstände werden in Brand gesetzt. (20. November 2021)

Screenshot Twitter
Freitagabend: Der Protest in Rotterdam eskaliert.

Freitagabend: Der Protest in Rotterdam eskaliert.

Killian Lindenburg/ANP/dpa

Darum gehts

  • In den Niederlanden wurde wieder gewaltsam gegen die Corona-Auflagen protestiert.

  • In Enschede riefen die Behörden den Ausnahmezustand aus.

  • Auch in der belgischen Hauptstadt Brüssel kam es am Rande einer Demonstration gegen die Corona-Restriktionen zu Krawallen.

In den Niederlanden sind in der dritten Nacht in Folge Proteste gegen die Corona-Auflagen in Gewalt umgeschlagen. In Groningen, Leeuwarden, Enschede und Tilburg entzündeten laut Polizeiangaben und Medienberichten Randalierer am Sonntagabend Feuerwerkskörper und richteten Sachschäden an. In Enschede nahe der deutschen Grenze riefen die Behörden den Ausnahmezustand aus. Auch in der belgischen Hauptstadt Brüssel kam es am Rande einer Demonstration gegen die Corona-Restriktionen zu Krawallen.

In Groningen zogen am Sonntagabend mehrere «kleine Gruppen» randalierend durch die Stadt, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Die Bereitschaftspolizei sei im Einsatz. In Enschede wurden nach Angaben der Polizei fünf Menschen wegen Aufrufs zur Gewalt festgenommen. Die Polizei forderte die Demonstranten über den Onlinedienst Twitter auf, nach Hause zu gehen. In Leeuwarden musste ein Fussballspiel unterbrochen werden, nachdem Fans, die wegen der Corona-Auflagen nicht ins Stadion durften, Feuerwerkskörper geworfen hatten.

Im Zuge der Krawalle gab es in den Niederlanden von Freitag- bis Sonntagabend nach Angaben der Behörden insgesamt etwa 130 Festnahmen. Die Krawalle waren am Sonntagabend aber nicht mehr so heftig wie in den beiden vorherigen Nächten.

Vier Menschen von Kugeln getroffen

In den Nächten zum Samstag und Sonntag war es in Rotterdam und Den Haag zu schweren Ausschreitungen gekommen. Demonstranten setzten Fahrräder in Brand und bewarfen Polizisten mit Steinen. Am Freitagabend hatte die Polizei in Rotterdam während der Krawalle das Feuer eröffnet, vier Menschen wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft durch die Polizeikugeln verletzt.

In den Niederlanden gilt wegen steigender Corona-Infektionszahlen seit einer Woche wieder ein Teil-Lockdown. Die Bürger dürfen sich nur mit maximal vier weiteren Menschen in ihren Wohnungen treffen, Arbeitnehmer sollen möglichst im Homeoffice arbeiten. Geschäfte müssen früher schliessen. Ausserdem ist eine 2G-Regelung für manche Orte in Planung. Damit hätten dort nur noch gegen das Coronavirus Geimpfte und von Covid-19 Genesene Zutritt.

In Brüssel verlief die Demonstration am Sonntag gegen die neuen Corona-Auflagen nach Angaben eines Reporters der Nachrichtenagentur AFP zunächst friedlich, später kam es aber nahe des Regierungsviertels zu Krawallen. Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstranten vor, die Gegenstände auf Beamte warfen, Holzpaletten anzündeten und Polizeifahrzeuge angriffen. Mindestens ein Demonstrant und zwei Polizisten wurden dem Reporter zufolge verletzt.

Insgesamt nahmen nach Polizeiangaben rund 35’000 Menschen an der Demonstration in der belgischen Hauptstadt teil. Sie protestierten gegen die am Mittwoch von der Regierung verkündete Verschärfung der Corona-Regeln. Ihr Zorn richtete sich vor allem dagegen, dass Ungeimpfte nicht mehr in Restaurants und Bars dürfen.

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Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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(AFP/chk)

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