Essen (D) – Feuerwehr habe «definitiv noch nie einen solchen Brand erlebt»
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Essen (D)Feuerwehr habe «definitiv noch nie einen solchen Brand erlebt»

Ein Wohnblock mit 50 Wohnungen stand in Essen in Flammen. Die Sturmböen fachten das Inferno immer weiter an. Drei Menschen mussten ins Spital gebracht werden.

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Der ganze Wohnkomplex steht in Flammen.

Der ganze Wohnkomplex steht in Flammen.

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Dem Sprecher der Feuerwehr zufolge war um 2.15 Uhr der Alarm ausgelöst worden.

Dem Sprecher der Feuerwehr zufolge war um 2.15 Uhr der Alarm ausgelöst worden.

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Wegen des Rauchs warnte die Feuerwehr Essen die Anwohner, Fenster und Türen zu schliessen.

Wegen des Rauchs warnte die Feuerwehr Essen die Anwohner, Fenster und Türen zu schliessen.

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Darum gehts

Bei einem Grossbrand in einem Wohnkomplex in der Innenstadt von Essen sind in der Nacht zum Montag mindestens drei Menschen verletzt worden. Der Sprecher der Feuerwehr, Christoph Risse, sagte der Nachrichtenagentur AFP am frühen Morgen, dass «drei Verletzte mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht» wurden. Gegen 9 Uhr konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. Gemäss Informationen der «Bild», könnte das Feuer seinen Ursprung auf einem Balkon gehabt haben. Gelöscht sei das Feuer aber noch nicht. Innerhalb des Gebäudes gebe es immer noch einzelne aufflackernde Brandnester.

Ermittlungen würden so schnell als möglich aufgenommen werden, sagte eine Sprechern der Polizei. Ein Statiker warnte davor, das Gebäude vor einer genauen Prüfung zu betreten. Aus diesem Grund sei es noch nicht möglich gewesen, alle Wohnungen des Komplexes zu durchsuchen.

Sturm fachte Feuer weiter an

Wie Christoph Risse sagt, habe die Essener Feuerwehr einen Brand von vergleichbaren Ausmassen definitiv noch nicht erlebt, schreibt «Bild». Die Sturmböen des Sturms Antonia fachten die Flammen immer weiter an, so dass das Haus innert kürzester Zeit komplett ausbrannte. Die geringe Anzahl der bisher bekannten Verletzten grenze angesichts der Bilder an ein Wunder, so Risse. 

Die Einsatzkräfte wurden demnach von den riesigen Flammen am Zugang zum Gebäude behindert. Sie durchkämmten nach und nach die einzelnen Wohnungen auf der Suche nach möglichen weiteren Verletzten und Toten. Ein Ende der Löscharbeiten sei noch nicht absehbar, sagt Risse. «Das ist sehr schwierig und teilweise gefährlich für die Einsatzkräfte momentan, da in jede Wohnung reinzugehen». 

Flammeninferno

Dem Sprecher zufolge war um 2.15 Uhr der Alarm ausgelöst worden. Es seien «alle verfügbaren Kräfte alarmiert» worden, die Feuerwehr war mit 130 Einsatzkräften vor Ort im Westviertel. Demnach brannte der gesamte Wohnblock mit rund 50 Wohnungen, die Feuerwehr geht von 180 Betroffenen aus.

Einer der ersten Augenzeugen des Feuers war Lennart Diedrich (35). Gegenüber der Deutschen Presse Agentur sagte er: «So um zwei Uhr war es, als ich ins Bett gehen wollte und so die letzten Lichter ausgemacht habe und draussen «Feuer! Feuer!» geschrien wurde.» Er habe aus dem Fenster geschaut und sah Rauch rauskommen, da wo die Fensterläden auf Halbmast hingen. «Da habe ich gesagt: Okay, das ist ernster», so Diedrich. Er zog sich an und rannte raus, versuchte die Feuerwehr zu rufen: «Da kamen schon von der ganzen anderen Gebäudeseiten Flammen hoch gelodert. Es glich einem Inferno. Der Wind peitschte die Flammen an.»

Rollstuhlfahrer evakuiert

Die ersten Feuerwehrleute die ins Haus liefen riefen, dass sie Hilfe bräuchten. «Dann sind wir hochgelaufen in dem Treppenhaus da, zu dritt. Und da war ein Rollstuhlfahrer, der den Fahrstuhl natürlich nicht mehr benutzen konnte und nicht runtergekommen ist. Da haben wir den zu dritt runtergetragen. Zwei hinten, ich hab vorne angepackt, haben ihn runtergetragen. Dann kam die Polizei, und es wurde alles evakuiert», schildert Diedrich das Inferno in Essen.

Die Spitäler waren dem Sprecher zufolge für einen möglichen Massenanfall an Verletzten alarmiert. Wegen des Rauchs warnte die Feuerwehr Essen die Anwohner, Fenster und Türen zu schliessen.

Die Bewohner des Wohnblocks wurden von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht. Sie wurden zunächst in die Zentrale der Funke-Mediengruppe gebracht, bevor sie in Hörsälen der Universität untergebracht wurden.  

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(AFP/chk/roa)

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