Talentierter Schwegler: In Frankfurt gefeiert, daheim verschmäht
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Talentierter SchweglerIn Frankfurt gefeiert, daheim verschmäht

Pirmin Schwegler macht als Captain der Eintracht Frankfurt einen hervorragenden Job. In der Schweiz wird das aber wenig honoriert: In der Nationalmannschaft hat er keinen Platz.

von
fbu

Die Eintracht Frankfurt ist zu Beginn der noch jungen Bundesligasaison die einzige Mannschaft, die mit den Bayern mithalten kann. Beide Teams sind nach drei Spielen noch ohne Punktverlust. Captain und Antreiber des Aufsteigers und ersten Verfolgers des Rekordmeisters ist Pirmin Schwegler. Damit nicht genug: Nach dem 4:0 gegen Hoffenheim vor einer Woche adelte Teamkollege Sebastian Rode den Schweizer als «Herzstück der Mannschaft».

Drei Jahre ist es her, dass der heute 25-Jährige von Leverkusen in die Finanzmetropole am Main wechselte. Nun erntet der Fussballprofi Lob für seine kontinuierliche Arbeit. Die «Frankfurter Allgemeine» bezeichnet die Verpflichtung des Schweizers als eine der besten Entscheidungen des damaligen Trainers Michael Skibbe. Trotzdem lief es für die Eintracht in den letzten Jahren nicht rund.

Gute Entwicklung in der 2. Bundesliga

Die Frankfurter mussten die vergangene Saison in der zweiten Bundesliga bestreiten. Schwegler blieb seinem Verein treu und resümiert das Jahr in der Zweitklassigkeit für sich wie folgt: «Für den Klub ging es einen Schritt zurück, für mich ging es zwei Schritte nach vorne». Tatsächlich, Schwegler hat sich zum Schlüsselspieler und zur rechten Hand des Trainers Armin Veh entwickelt. Kein Wunder also bekleidet er das Captain-Amt. «Ich bin sehr stolz, Captain zu sein», meint der Mittelfeldregisseur gegenüber der «FAZ».

Aber nicht nur die Tatsache, dass er die Binde um den Arm trägt, zeigt, wie gross die Wertschätzung am Main für den Schweizer ist. Sein Vertrag wurde bereits im Frühjahr bis 2015 verlängert. Trainer und Mitspieler mögen Schwegler, denn er sorgt sich um sein Team. Als der Verteidiger Constant Djakpa um seine sportliche Existenz bangen musste, hat der Führungsspieler seinem Teamkameraden Mut gemacht. Djakpa sagt selbst: «Pirmin hat mir unheimlich geholfen». Das macht einen guten Captain aus.

Keine Berücksichtigung in der Nati

In der Schweiz werden die guten Leistungen von Schwegler noch nicht goutiert. Zumindest nicht von Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld. Auch wenn der defensive Mittelfeldspieler die vergangene Saison zur persönlichen Weiterentwicklung genutzt hat, für eine Nomination in die Nati hat es nicht mehr gereicht. Rund eineinhalb Jahre (9. Februar 2011) ist sein letzter Einsatz für die Schweizer Auswahl her. Elf Länderspiele hat er insgesamt absolviert. Dass er seither nicht mehr berücksichtigt wurde, ärgert den Mittelfeldspieler. Auf die Frage der «Frankfurter Allgemeine», was seine Leistungen in der Bundesliga für seine Länderspielkarriere bedeuten würde, meinte er: «Gar nichts, wie man sieht.» Er könne dazu nicht mehr sagen. Sein Vereinstrainer Armin Veh fasst die Situation deutlicher zusammen: «Die Schweizer müssen eine richtig gute Mannschaft haben, wenn Pirmin keine Rolle spielt.»

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