Aktualisiert 27.05.2014 18:40

Badegewässer im Test

In Frankreich und Spanien badet man im Dreck

In der EU und der Schweiz kann fast überall unbeschwert gebadet werden. Nicht jedoch in Estland, Frankreich und Spanien, wie ein Bericht der Europäischen Umweltagentur Kopenhagen befindet.

In der EU und der Schweiz kann fast überall unbeschwert gebadet werden. Das geht aus einem Bericht der Europäischen Umweltagentur in Kopenhagen hervor, der am Dienstag in Brüssel veröffentlicht wurde.

«Die Qualität europäischer Badegewässer hat sich in den beiden letzten Jahrzehnten durchaus verbessert», stellte der Chef der EU-Umweltagentur, Hans Bruyninckx, fest.

Grosse Mengen an Abwasser würden heutzutage nicht mehr in die Gewässer eingeleitet. «Die heutigen Probleme entstehen durch kurzfristige Schadstoffbelastungen infolge heftiger Regenfälle und Überflutungen.»

95 Prozent aller 2013 getesteten Badegewässer erfüllen laut dem Bericht die Mindestanforderungen, 83 Prozent erhielten das Prädikat «ausgezeichnet». Nur gerade 2 Prozent der Gewässer wurden als schlecht bewertet. Die Daten zeigen, dass Küstengewässer gegenüber Binnengewässern einen leichten Vorsprung haben.

Gute Wasserqualität an Schweizer Badeplätze

In der Schweiz wurden insgesamt 167 Flüsse und Seen auf ihre Wasserqualität untersucht. Dafür wurden insgesamt 780 Proben während der Badesaison entnommen.

Beim überwiegenden Anteil der getesteten Badeplätze (161) handelt es sich um solche an Seen - etwa Genfersee, Neuenburgersee, Lac de Joux und Ägerisee. Nur gerade in 6 Fällen wurden Badeplätze an Flüssen getestet.

Insgesamt 130 Badegewässer erhielten das Prädikat «genügend», davon wurden 122 als «ausgezeichnet» bewertet. Bei 37 Gewässern waren nicht genügend Proben vorhanden, daher konnte keine Bewertung vorgenommen werden.

Innerhalb der EU wiesen die Mittelmeerinsel Zypern und Luxemburg die beste Wasserqualität auf. Hier wurden an allen Badestellen hervorragende Werte gemessen. Dicht dahinter lag die Insel Malta (99,9 Prozent)

An den beliebten Urlaubsstränden der Mittelmeerländer können sich Wasserratten in den meisten Fällen zumindest auf befriedigende Gewässerqualität verlassen. In Griechenland sind 99,2 Prozent der Küstenbadestellen in Ordnung, in Spanien 96,9 Prozent, in Italien 96,6 Prozent und in Frankreich 94,1 Prozent.

Schlusslichter Frankreich, Spanien und Irland

Am anderen Ende der Skala rangieren Estland, wo die Wasserqualität bei nur 6 Prozent der Badeorte in Ordnung, die Niederlande (5 Prozent), Belgien (4 Prozent) sowie Frankreich, Spanien und Irland mit je 3 Prozent. Diese Staaten haben den höchsten Anteil an Badegewässern mit «schlechter» Wasserqualität.

Unberücksichtigt blieben bei der Analyse Müll und andere Formen von Umweltverschmutzung. Zwar seien die meisten Badegewässer sauber genug, um der menschlichen Gesundheit nicht zu schaden, erklärte die EU-Kommission.

Viele Ökosysteme in Europas Gewässern aber seien in einem bedenklichen Zustand. Besonders offensichtlich sei das bei den europäischen Meeren, die unter Umweltverschmutzung, Klimawandel, Überfischung und Versauerung litten.

Die Experten hatten Daten zu rund 22'000 Badestellen in den 28 EU-Staaten, der Schweiz sowie Albanien zusammengetragen. Erhoben wurden die Daten von Behörden in den einzelnen Ländern. In der Schweiz sind es die dafür zuständigen kantonalen Behörden. (sda)

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