Aktualisiert 21.06.2019 13:07

Test-Ergebnisse

In Fruchtsalaten wimmelt es oft von Bakterien

Ausser Vitamine liefern fertig gekaufte Fruchtsalate oft Keime und Bakterien. Dies ergab ein Test bei Fruchtsalaten Schweizer Detailhändler. Wie gefährlich ist das?

von
ish
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Fixfertige Fruchtsalate aus dem Kühlregal – was steckt da an Keimen und Bakterien drin?

Fixfertige Fruchtsalate aus dem Kühlregal – was steckt da an Keimen und Bakterien drin?

Thomas Demarczyk
Die Zeitschrift «K-Tipp» hat Stichproben genommen und getestet.

Die Zeitschrift «K-Tipp» hat Stichproben genommen und getestet.

Keystone/Christian Beutler
Das Problem bei geschnittenen Früchten: Sie sind vor Keimbefall wenig geschützt und weisen eine grosse Oberfläche dafür aus.

Das Problem bei geschnittenen Früchten: Sie sind vor Keimbefall wenig geschützt und weisen eine grosse Oberfläche dafür aus.

Keystone/Gaetan Bally

Sie sehen bunt und gesund aus: Fruchtsalate im Kühlregal im Supermarkt. Die Zeitschrift K-Tipp hat sie nun genauer unter die Lupe genommen und sie auf Bakterien, Schimmel- und Hefepilze getestet. Das Ergebnis: Von den insgesamt 30 Stichproben bewertete sie 11 als «ungenügend» oder «schlecht». Bewertet wurde die Gesamtkeimzahl.

Enterobakterien, Hefe- und Schimmelpilze kamen in den Stichproben vor, für sie gibt es aber keine Grenzwerte. Die Hygieneverordnung schreibt lediglich vor, dass beim Verkauf von Fruchtsalat Schimmel von «blossem Auge nicht erkennbar» sein dürfe. Der K-Tipp legte seinem Test die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie zugrunde.

Für die gefährlichen Staphylokokken, Salmonellen, Listerien oder die Darmbakterien Escherichia coli gibt es gesetzliche Vorschriften. Sie kamen nirgendwo in den getesten Fruchtsalaten vor.

«Keinerlei Folgen zu befürchten»

«Die gute Nachricht aus diesen Untersuchungen ist, dass keine krank machenden Mikroorganismen in den Fertigprodukten gefunden wurden», sagt Mikrobiologin und Hygienewissenschaftlerin Giovanna Spielmann von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaft zu 20 Minuten. «Ich würde sie essen, es sind keinerlei Folgen zu befürchten.» Mikroorganismen wie Enterobakterien und Hefen seien von Natur her auf diesen Produkten.

Bei der Migros wurden in dem Test sechs Produkte als «gut» befunden und zwei als «ungenügend». «Die Qualität unserer Produkte ist uns wichtig, und wir nehmen diese Resultate sehr ernst», sagt Migros-Sprecher Patrick Stöpper zu 20 Minuten. Bei Anna's Best Granatapfel werde gerade die mögliche Ursache für die erhöhten Hefewerte abgeklärt.

Detailhändler reagieren

Von Coop wurden vier Fruchtsalate als «gut» oder «genügend» taxiert sowie vier als «ungenügend». «Wir haben bereits Massnahmen ergriffen», erklärte Coop-Sprecherin Andrea Bergmann.

Valora (Avec-Shops) ist dabei zu klären, wie die erhöhten Werte künftig vermieden werden können. Globus will die Haltbarkeit bei selber produzierten Fruchtsalaten ab sofort von zwei Tagen auf einen Tag verkürzen, so Sprecherin Marcela Palek zu 20 Minuten.

Laut K-Tipp sind offen verkaufte Fruchtsalate in der Regel frischer als abgepackte. Denn die schon abgepackten Obst­stücke sind je nach Angaben drei bis acht Tage ab Produktionsdatum haltbar. Das Risiko, dass geschnittene Früchte zu lange und zu warm gelagert würden, sei jedoch hoch.

K-Tipp hatte laut eigenen Angaben alle Stichproben gekühlt ins Labor gebracht. Das abgepackte Obst wurde am ­Ablaufdatum, das aus dem Offenverkauf am Tag der Probenahme geprüft.

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