St. Gallen: In Gefängnissen wird der Platz knapp
Aktualisiert

St. GallenIn Gefängnissen wird der Platz knapp

In der Ostschweiz sind die Gefängnisse fast voll besetzt – eine Belastung für Wärter und Insassen.

von
Urs-Peter Zwingli

«Unsere Zellen sind seit Mo­naten auf einem sehr hohen Niveau ausgelastet», sagt Heinz Wohnlich, Leiter Vollzug der Strafanstalt Gmünden in Niederteufen.

Im offenen Vollzug sind derzeit über 95 Prozent der Zellen belegt, 2011 waren es durchschnittlich 97,4 Prozent – ideal wären bis 90 Prozent. Das hat Folgen: «Der Zeitdruck auf das Personal steigt. Zudem sind wir mit immer renitenteren ­Insassen konfrontiert», sagt Wohnlich. Ähnliche Zustände herrschen im Kanton St. Gallen. «Die Si­tuation ist angespannt», so Joe Keel, Leiter des Amtes für Justizvollzug. «Die offene Strafanstalt Saxerriet, wo ein Erweiterungsbau entsteht, ist bis auf den letzten Platz besetzt.» Auch das Massnahmenzentrum Bitzi in Mosnang und mehrere kleine Untersuchungsgefängnisse seien voll. Laut Keel sorgen unter anderem Migranten aus Nordafrika für Zuwachs in den Zellen.

Ähnliche Beobachtungen machen die Behörden im Thurgau, wo das Kantonalgefängnis zu über 95 Prozent belegt ist. Vom Asyl-Empfangszentrum Kreuzlingen würden derzeit vermehrt Ausschaffungshäftlinge eingewiesen, sagt Ernst Scheiben, Leiter Straf- und Massnahmenvollzug. Laut Keel spielt auch der «Druck der Öffentlichkeit, im Strafvollzug eine Null-Risiko-Politik zu betreiben», eine Rolle. Insassen, die eine unbefristete Massnahme absässen, würden deshalb eher länger einbehalten.

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