Hinterhältige Attacken: In Genf sollen Clowns ihr Unwesen treiben
Aktualisiert

Hinterhältige AttackenIn Genf sollen Clowns ihr Unwesen treiben

In Frankreich haben sie bereits Passanten attackiert, nun ist auf Facebook von Angriffen in Genf die Rede: Die Polizei rät davon ab, als Clown auf die Strasse zu gehen.

von
Julien Culet

In Genf geht die Angst vor Clowns um. Die furchterregenden Harlekine sollen sich vor allem nachts herumtreiben und Passanten erschrecken oder sogar angreifen. Auf Facebook heisst es, falsche Clowns mit Baseballschlägern oder sogar Pistolen würden durch die Stadt ziehen und Passanten angreifen. Zu solchen Vorkommnissen ist es in den letzten Tagen tatsächlich in Frankreich (siehe Box) gekommen.

«Mein 14-jähriger Sohn hatte heute Abend Angst, allein ins Fussballtraining zu gehen», sagte eine Mutter zu 20 minutes. Dem 15-jährigen Karim geht es ähnlich: «Nach der Schule gehe ich sofort heim. Unsere Französischlehrerin warnte uns, vorsichtig zu sein.»

In Genf scheint das Phänomen bis jetzt vor allem durch die sozialen Netzwerke zu geistern. Die Facebook-Seite «Information contre les clowns de Genève» verzeichnete am Montagabend bereits über 10'000 Mitglieder – gegründet worden war sie am Samstag.

Das Phänomen breitet sich aus

Gewalttätige Clowns wurden gemäss der Facebook-Seite im gesamten Kanton gesichtet. Fotos und Videos in schlechter Qualität aus Balexert, Cornavin oder Thônex sollen dies beweisen. Mittlerweile hat das Phänomen eine neue Dimension erreicht: Bereits wurden mehrere Seiten mit Hunderten Teilnehmern erstellt, auf der zur Jagd auf Clowns aufgerufen wird.

Die Genfer Polizei kann bisher keine Übergriffe bestätigen: «Unsere Patrouillen sind keinen Clowns begegnet und es gingen auch keine Anzeigen ein», sagt Mediensprecher Guillaume Silvain-Gentil. Der Sprecher hält zudem fest, dass es im Kanton Genf verboten ist, maskiert herumzulaufen. Wer dies dennoch tue, könne bestraft werden. Allerdings existieren Ausnahmen an traditionellen Festen wie dem Karneval – Halloween gehöre da aber nicht dazu.

Maskierte machen sich strafbar

Wer sich dennoch im privaten Rahmen als Clown verkleide, dem empfiehlt die Polizei, sich abzuschminken, bevor er auf die Strasse gehe. Umgekehrt sollen Leute die Polizei rufen, wenn sie tatsächlich einen Clown sehen.

Nach den bestätigten Übergriffen in Frankreich ist die Polizei wachsamer. «Unsere Beamten richten dieser Tage ihr Augenmerk auf mögliche Clowns.» Der Sprecher bezweifelt aber, dass diese in Genf wirklich ihr Unwesen treiben.

In der Deutschschweiz gibt es bislang noch keine Hinweise auf dieses Phänomen. So hat man im Kanton Bern bis jetzt keine solche Meldung erhalten, wie Mediensprecherin Simona Benovici bestätigt. Ähnlich tönt es aus dem Kanton Zürich. «Die Clowns sind für uns bis jetzt kein Thema, an Halloween sind wir aber sowieso auf der Hut und haben zusätzliche Einsatzkräfte im Einsatz», sagt Mediensprecher Daniel Schnyder von der Zürcher Kantonspolizei.

Gewalttätige Clowns in Frankreich

In Frankreich häufen sich Klagen und Anzeigen mit dem näherrückenden Halloween. In Montpellier griff in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine als Clown verkleidete Person einen 35-Jährigen mit einer Eisenstange an. In Agde verhaftete die Polizei am Samstagabend 14 als Clowns verkleidete und geschminkte Jugendliche, die mit Baseballschlägern, Messern und Pistolen bewaffnet waren.

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